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Au-Pair-Ankunft vorbereiten: Zimmer & Willkommenspaket

Au-Pair-Ankunft vorbereiten: Zimmer & Willkommenspaket

Sandra hatte sechs Wochen lang vorbereitet. Sie hatte das Gästezimmer in einem warmen Grau gestrichen, neue Bettwäsche in Lucías Lieblingsfarbe gekauft und ein handgeschriebenes „Herzlich willkommen in der Familie!" aufs Kissen gelegt. Jede Freundin, die die Fotos sah, sagte dasselbe: Was für ein schönes Zimmer.

Lucía landete an einem Dienstag. Bis Donnerstag war von der Schönheit nicht viel übrig. Für den leeren Koffer gab es keinen Platz, also stand er die nächsten elf Monate hochkant an der Wand. Es gab keinen Schreibtisch, und so saß Lucía für ihren Sprachkurs mit dem Laptop auf den Knien auf dem Bett. Das neue Rollo war hübsch und ließ die Straßenlaterne trotzdem durch. Ein Schlüssel für die Zimmertür fehlte, aber das hätte Lucía nie von sich aus angesprochen.

Das eigentliche Problem war gar nicht das Zimmer. Sandra war davon ausgegangen, dass sich die Behördengänge „in der ersten Woche" schon erledigen lassen. Dann stellte sich heraus: Für die Anmeldung beim Bürgeramt brauchte es eine Wohnungsgeberbestätigung, die Sandra erst schreiben musste, der nächste freie Termin war in drei Wochen, und ohne Anmeldebestätigung wollte die Bank kein Konto eröffnen. Lucía war fast einen Monat lang in einem neuen Land ohne Konto, ohne deutschen Handyvertrag und ohne eine andere Möglichkeit, Taschengeld zu bekommen, als das Bargeld, an das Sandra abends dachte.

Und am zweiten Tag fuhren beide Eltern wieder ins Büro und ließen eine übermüdete Zweiundzwanzigjährige mit einem Vierjährigen und einem Haus zurück, dessen Alarmcode sie genau einmal gehört hatte.

Nichts davon war Nachlässigkeit. Sandra hatte die sichtbaren Dinge wunderschön vorbereitet und die unsichtbaren sich selbst überlassen. Genau um die geht es hier: was wirklich ins Zimmer gehört, was ein Willkommenspaket ausmacht, welche Termine du buchst, bevor dein Au-Pair ins Flugzeug steigt, und wie dein eigener Kalender in Woche eins aussehen muss.

🇩🇪 Dieser Artikel ist auf Gastfamilien in Deutschland zugeschnitten. Zimmer und Willkommenspaket funktionieren überall gleich, die Behördengänge nicht: In Österreich und der Schweiz laufen Meldung und Versicherung anders, in den USA hängt alles an der Social Security Number. Was deine Agentur oder das Ausländeramt sagt, gilt immer vor dem, was hier steht.

Plane rückwärts, nicht vorwärts

Fast alles, was in der ersten Woche schiefgeht, ist ein Terminproblem und kein Einkaufsproblem. Behördentermine sind langsam, Möbellieferungen sind langsam, und die flexiblen Tage im Job sind meistens schon aufgebraucht, wenn du merkst, dass du sie gebraucht hättest.

Rechne deshalb vom Ankunftstag rückwärts.

WannWas du erledigst
6 Wochen vorherAnkunftstermin und Flug bestätigen; Zimmer leerräumen; alles bestellen, was lange Lieferzeit hat (Bett, Matratze, Schreibtisch, Schrank)
4 Wochen vorherAu-Pair nach Essen, Allergien, Bettwäsche und Handy fragen; Versicherung abschließen; Kfz-Versicherung prüfen, falls es fahren soll
3 Wochen vorherTermin beim Bürgeramt buchen; bei Nicht-EU-Au-Pairs Termin bei der Ausländerbehörde sichern; Sprachkurs recherchieren
2 Wochen vorherWohnungsgeberbestätigung ausfüllen; Banktermin machen; eigenen Kalender für Woche eins blocken
1 Woche vorherZimmer fertigstellen; Willkommenspaket packen; Großeinkauf; Wochenplan schreiben; Familienhandbuch ausdrucken
48 Stunden vorherFrische Bettwäsche, Handtücher, Platz im Bad, Prepaid-Karte aktivieren, Bargeld fürs erste Taschengeld, WLAN-Passwort aufschreiben

Das Wichtigste: Die häufigste Fehlannahme ist, dass die erste Woche Puffer ist. Ist sie nicht. Sie ist die bürokratisch dichteste Woche des ganzen Jahres, und jeder Termin darin konkurriert mit einem jetlagigen Menschen, der noch nicht zahlen, nicht anrufen und oft nicht fahren kann.


Das Zimmer: Was wirklich hineingehört

Ein eigenes Zimmer ist in Deutschland keine Freundlichkeit, sondern Voraussetzung: möbliert, beheizbar, abschließbar und ausschließlich für dein Au-Pair. Viele Agenturen nennen etwa 8 bis 12 m² als Untergrenze. Was nirgends steht, ist das Entscheidende: was dieses Zimmer für einen jungen Erwachsenen brauchbar macht, der ein Jahr darin schläft, lernt, nach Hause telefoniert und sich an freien Tagen zurückzieht.

Ohne diese Dinge geht es nicht

Das sind keine Extras. Ein Zimmer, in dem eines davon fehlt, sorgt innerhalb eines Monats für Reibung.

  • Ein richtiges Bett, kein Schlafsofa und kein Kinderbett. Wenn möglich 1,20 m oder breiter. Darin schläft jemand ein Jahr lang.
  • Ein Schlüssel für die Zimmertür. Er kostet fast nichts und sagt mehr über Vertrauen aus als jedes Gespräch.
  • Ein Fenster mit echter Verdunkelung. Jetlag plus Straßenlaterne sind zwei schlechte Wochen.
  • Stauraum für ein ganzes Jahr: Schrank mit Bügeln, Kommode und ein Platz, an dem der leere Koffer verschwinden kann.
  • Schreibtisch und Stuhl. Der Sprachkurs findet in diesem Zimmer statt. Ein Bett ist kein Arbeitsplatz.
  • Eigene Heizungsregelung oder zumindest eine klare Erklärung, wie sie funktioniert.
  • Stabiles WLAN — im Zimmer getestet, nicht im Flur. Das ist die Verbindung nach Hause.

Was Gastfamilien zuverlässig vergessen

Der Unterschied zwischen einem schönen und einem funktionierenden Zimmer sind meistens fünf Kleinigkeiten, an die niemand denkt, bis das Au-Pair schon da ist.

  • Ein großer Spiegel. Man zieht sich in einem fremden Haus an, oft für einen Abend mit neuen Leuten.
  • Nachttischlampe und eine erreichbare Steckdose. Handy lädt neben dem Bett, nicht auf der anderen Zimmerseite.
  • Papierkorb und Wäschekorb. Winzig, fällt nur auf, wenn sie fehlen.
  • Ersatzbügel und zwei Aufbewahrungsboxen. Koffer werden schneller leer, wenn es einen Platz für die Sachen gibt.
  • Ein Reiseadapter, der am Ankunftstag auf dem Schreibtisch liegt und nicht um 23 Uhr gesucht wird.

Wofür sich Geld lohnt — und wofür nicht

Lohnt sichSchön, wenn möglichKannst du dir sparen
Gute Matratze und KissenSessel oder LeseeckeDeko aus dem Herkunftsland
VerdunkelungsrolloWasserkocher oder kleiner KühlschrankDas ganze Zimmer neu streichen
Schreibtisch, Stuhl, gute LampeBluetooth-LautsprecherWillkommensschild in einer Sprache, die du nicht sprichst
Türschlüssel und abschließbare SchubladePflanzenTeure Bettwäsche, die sich niemand ausgesucht hat

Die Versuchung ist groß, das Zimmer durchzudekorieren. Widersteh ihr ein bisschen. Ein Raum, der komplett nach fremdem Geschmack eingerichtet ist, lässt sich schwerer zu seinem eigenen machen als ein schlichter Raum mit guter Grundausstattung. Lass ein Regalbrett und ein Stück Wand frei — die Fotos von zu Hause wollen irgendwohin.

Das Wichtigste: Investiere in Bett, Verdunkelung, Schreibtisch und Türschlüssel. Alles andere ist Dekoration, und Dekoration möchte dein Au-Pair lieber selbst übernehmen.

Klärt vorher, was „ihr Bereich" heißt

Sobald jemand in dem Zimmer wohnt, ist es keine Einrichtungsfrage mehr. Entscheidet vorher als Familie: Dürfen die Kinder rein? Gehst du je hinein, um zu putzen oder Wäsche abzulegen? Was erwartest du in Sachen Ordnung? Und dann sag es in der ersten Woche laut, statt es im dritten Monat an einer geschlossenen Tür zu merken. Wo diese Grenzen typischerweise verschwimmen, haben wir ausführlich beschrieben.


Das Willkommenspaket: Kleinigkeiten, die wirklich ankommen

Ein Willkommenspaket ist kein Geschenkkorb. Es ist die Sammlung an Dingen, mit denen jemand am ersten Tag in einem fremden Land funktionsfähig ist — ohne Bankkarte, ohne Vertrag, ohne Orientierung.

Was am Ankunftstag auf dem Bett liegt

Klein halten. Vier oder fünf Dinge schlagen jeden Korb.

  • Eine aktivierte Prepaid-SIM oder ein nutzbares Handy. Der mit Abstand wertvollste Gegenstand im Paket.
  • Ein Haustürschlüssel an einem wiedererkennbaren Anhänger, Alarmcode separat notiert.
  • Eine aufgeladene Fahrkarte oder der Autoschlüssel mit einem Zettel, wo geparkt wird.
  • Eine Karte mit dem Nötigsten: Adresse, beide Handynummern, WLAN-Passwort, nächstes Krankenhaus, Notruf 112.
  • Etwas Persönliches und Kleines: eine Tasse, etwas typisch Regionales, ein Buch in ihrer Sprache. Persönlich schlägt teuer.

Der unglamouröse Teil

Die Papiere im Willkommenspaket sind wichtiger als die Schleife darum.

  • Ein ausgedruckter Wochenplan, damit klar ist, wann gearbeitet wird, bevor das Handy eingerichtet ist
  • Das Familienhandbuch mit Abläufen, Hausregeln und all dem, was man sonst mündlich vergisst
  • Die Kinder auf einer Seite: Allergien, Medikamente, Kita- und Schulzeiten, wer abholen darf
  • Eine kleine Karte der Nachbarschaft: Apotheke, Supermarkt, Bushaltestelle, Sportverein, das nächste Café zum Alleinsitzen

Dieses Handbuch leistet in Woche eins die meiste Arbeit — und es ist gleichzeitig das, was Familien am häufigsten anfangen und nie fertig schreiben. Falls deins noch nicht existiert: Unsere Anleitung, was ins Au-Pair-Familienhandbuch gehört, ist schneller als ein leeres Dokument.

Drei Fragen, bevor du irgendetwas kaufst

Eine Nachricht vier Wochen vorher erspart dir das meiste Raten und kostet nichts:

  1. Essen: Gibt es etwas, das du nicht isst oder nicht verträgst? Und etwas, worüber du dich im Kühlschrank freuen würdest?
  2. Bettwäsche und Handtücher: Bringst du dein eigenes Kissen mit? Allergien gegen Daunen oder bestimmtes Waschmittel?
  3. Handy: Ist dein Gerät SIM-Lock-frei, und sollen wir vorab eine Prepaid-Karte besorgen?

Das Wichtigste: Der beste Gegenstand im Willkommenspaket ist nicht sentimental, sondern ein funktionierendes Handy. Alles andere in der ersten Woche — Wege finden, übersetzen, zu Hause anrufen, dir sagen, dass alles gut ist — hängt daran.


Die Termine, die du vor der Landung buchst

Diesen Teil unterschätzen Gastfamilien jedes Mal. Mehrere Schritte hängen voneinander ab: Ohne Anmeldebestätigung kein Konto, ohne Termin keine Anmeldung. Wer die Kette in Woche zwei startet, ist in Woche fünf fertig.

Die deutsche Reihenfolge

SchrittZeitpunktWer kümmert sich
WohnungsgeberbestätigungVor der Ankunft ausfüllenGastfamilie — ohne dieses Formular keine Anmeldung
Anmeldung beim BürgeramtMeist innerhalb von 14 Tagen nach Einzug; Termin Wochen vorher buchenGastfamilie bucht, Au-Pair geht hin
Steuer-IDKommt automatisch per Post nach der Anmeldung
Kranken-, Unfall- und HaftpflichtversicherungMuss ab Tag eins bestehenGastfamilie schließt ab und bezahlt
Aufenthaltstitel (Nicht-EU)Termin bei der Ausländerbehörde teils mit Monaten VorlaufGastfamilie bucht so früh wie möglich
GirokontoNach Anmeldung; manche Banken brauchen zusätzlich den AufenthaltstitelGastfamilie vereinbart den Termin
SprachkursPlätze früh weg — vor der Ankunft anmeldenGemeinsam

Zwei Dinge daran lohnen sich zu merken. Erstens ist die Wohnungsgeberbestätigung ein Formular, das nur du ausstellen kannst und an dem die halbe Kette hängt. Zweitens ist der Termin bei der Ausländerbehörde in vielen Städten der Engpass des ganzen Jahres — wer erst nach der Ankunft klickt, wartet.

Regeln und Fristen ändern sich und unterscheiden sich je nach Stadt. Prüfe die Fristen deiner Kommune und die Vorgaben deiner Agentur, statt dich auf allgemeine Angaben zu verlassen.

Plane das Geld für die Zwischenzeit

Dein Au-Pair hat Anspruch auf Taschengeld, bevor es ein Konto hat. Entscheide vorher: Bargeld für die ersten zwei bis drei Wochen, ein kurzer schriftlicher Vermerk über jede Zahlung, danach Umstellung auf Überweisung. Wer das improvisiert, führt das erste Geldgespräch des Jahres unangenehm.


Blocke deinen eigenen Kalender zuerst

Der teuerste Vorbereitungsfehler hat nichts mit dem Haus zu tun. Es ist die Annahme, dass die Betreuung am zweiten Tag beginnt.

In den USA schreibt das Programm vor, dass in den ersten drei Tagen ein Elternteil zu Hause bleibt. In Deutschland gibt es diese Regel nicht — und trotzdem ist sie ein gutes Minimum. Es ist das Zeitfenster, in dem jemand eure Schlösser, den Kindersitz, den Kita-Weg und die Namen der Kinder lernt, während ein Erwachsener im Haus ist.

  • Tag 1: Ankunft, Zimmer, Essen, Schlafen. Sonst nichts. Jetlag ist real, und eine Hausführung, an die sich niemand erinnert, ist verschenkt.
  • Tag 2: Haus zeigen, mit den Kindern zusammen; Runde durchs Viertel; Handy und Papiere; erstes gemeinsames Abendessen.
  • Tag 3: Den echten Alltag mitlaufen lassen — Kita, Mittagsschlaf, Snack, Abholen. Du machst, sie schaut zu.
  • Ab Tag 4: Tauschen. Sie macht, du bist im Haus.
  • Erste Alleinbetreuung: Kurz, bei Tageslicht, und in einer Entfernung, aus der du in zwanzig Minuten zurück bist.

Wenn dein Wochenplan davon abhängt, dass dein Au-Pair Auto fährt, kläre die Führerscheinfrage vorher. Nicht-EU-Führerscheine sind in Deutschland nur eine begrenzte Zeit gültig, und eine Familie, deren kompletter Kita-Weg auf einem Auto beruht, hat sonst ein schwieriges Vierteljahr. Was du mit deiner Versicherung besprechen solltest, steht in unserem Beitrag zu Autofahren, Versicherung und Regeln.

Das Wichtigste: Blocke deine eigene Zeit, bevor du irgendetwas kaufst. Ein perfekt eingerichtetes Zimmer gleicht ein leeres Haus am zweiten Tag nicht aus.


Der Rest der Wohnung

Das Zimmer bekommt die Aufmerksamkeit, aber die gemeinsamen Räume erzeugen die Reibung. Eine Stunde hier spart einen Monat kleiner Verhandlungen.

Bad und Wäsche

  • Ein echtes Regalbrett freiräumen, nicht eine Ecke davon, dazu ein Haken und Handtücher in eigener Farbe
  • Waschmaschine am zweiten Tag zeigen: welches Programm für die Kinderwäsche, wo das Waschmittel steht
  • Badezeiten laut aussprechen, falls es welche gibt — wer braucht das Bad um 7:15?

Küche und Essen

  • Kauf ein, was sie wirklich isst — die Antworten aus deiner Nachricht vier Wochen vorher
  • Sag die Essensregeln direkt: Was ist gemeinsam, was ist tabu, wer kauft die eigenen Snacks, wie kommt etwas auf die Einkaufsliste
  • Gib ein eigenes Fach im Kühlschrank und eins im Vorratsschrank

Schlüssel, Codes, Sicherheit

  • Schlüssel, Alarmcode und Garagenöffner am ersten Tag übergeben und irgendwo notieren, wo sie wiederzufinden sind
  • Einmal durchs praktische Haus: Sicherungskasten, Haupthahn, Thermostat, Mülltage, welche Tür klemmt
  • Notfallnummern ausgedruckt aufhängen, nicht nur per Nachricht schicken

Zimmer und Willkommenspaket erzeugen eine Reihe von Belegen, an deren Erfassung niemand denkt: Bettwäsche, Schreibtisch, SIM-Karte, Monatsticket, das erste Bargeld-Taschengeld. Wenn du sie direkt in einem gemeinsamen Tool wie AuPairSync festhältst, bleibt die Anschaffungssumme sichtbar — und vor allem stapeln sich die „Hast du mir das Ticket eigentlich erstattet?"-Fragen nicht zu einer vagen Schuld, die im Oktober niemand mehr rekonstruieren kann.


Was die Erstausstattung ungefähr kostet

Das hängt stark davon ab, was schon da ist. Die Spannen unten sind typische deutsche Werte für ein Zimmer, das nahezu leer beginnt — gut zu wissen, bevor du beim dritten Einkauf bist.

PostenTypische SpanneAnmerkung
Bett, Matratze, Bettwäsche300–800 €Der eine Posten, an dem man nicht spart
Schreibtisch, Stuhl, Lampe100–250 €Wegen des Sprachkurses faktisch Pflicht
Stauraum, Spiegel, Verdunkelung80–200 €Die vergessene Kategorie
Prepaid-Karte oder Vertragsanteil10–30 €/MonatMeist als Zusatzkarte im Familienvertrag
Monatsticket ÖPNV30–60 €/MonatJe nach Stadt und Tarif sehr unterschiedlich
Willkommenspaket und erster Großeinkauf50–150 €Kleine Beträge, große Wirkung

Die laufenden Kosten — Taschengeld, Versicherung, Sprachkursbeteiligung, Verpflegung — stehen nicht in dieser Tabelle. Die haben wir in unserer Kostenübersicht für Deutschland vollständig aufgeschlüsselt.


Die Checkliste vor der Ankunft

Wenn du von dieser Seite nur eines mitnimmst, dann diese zehn Punkte in dieser Reihenfolge.

  1. Kalender blocken für mindestens die ersten drei Tage, bevor du irgendetwas kaufst.
  2. Langlieferndes sechs Wochen vorher bestellen — Bett, Matratze, Schreibtisch, Schrank.
  3. Vier Wochen vorher schreiben und nach Essen, Bettwäsche und Handy fragen.
  4. Bürgeramtstermin buchen und bei Nicht-EU-Au-Pairs den Termin bei der Ausländerbehörde sichern.
  5. Wohnungsgeberbestätigung ausfüllen und mit den anderen Unterlagen bereitlegen.
  6. Versicherung abschließen, sodass sie ab dem Ankunftstag greift.
  7. Zimmer eine Woche früher fertig haben — und einmal selbst darin schlafen. Du findest, was fehlt.
  8. Willkommenspaket packen: SIM, Schlüssel, Fahrkarte, Infokarte, eine persönliche Kleinigkeit.
  9. Wochenplan schreiben und ausdrucken, dazu Handbuch und die Seite über die Kinder.
  10. 48-Stunden-Durchgang: frische Bettwäsche, Platz im Bad, Bargeld bereit, WLAN-Passwort auf dem Schreibtisch.

Danach übernimmt der Ankunftstag selbst. Der hat seinen eigenen Rhythmus — nachzulesen in unserer Checkliste für Abholung und die ersten 48 Stunden — und für die Woche danach gibt es den Überlebensleitfaden für die erste Woche.

Das größere Bild

Es gibt eine Version dieser Vorbereitung, bei der es eigentlich um Kontrolle geht: das makellose Zimmer, der laminierte Plan, das Jahr auf die Stunde durchgetaktet. Darum geht es hier nicht.

Was du in diesen sechs Wochen tatsächlich tust, ist, aus den ersten vierzehn Tagen eines Menschen jede kleine Peinlichkeit zu entfernen. Nicht fragen zu müssen, wohin mit dem Koffer. Sich kein Geld leihen zu müssen. Nicht raten zu müssen, ob man den Kühlschrank aufmachen darf. Eine junge Erwachsene, die um die halbe Welt geflogen ist, um sich um deine Kinder zu kümmern, verbringt die ersten beiden Wochen damit, still herauszufinden, was erlaubt ist. Jede Frage, die du beantwortest, bevor sie gestellt werden muss, ist eine Frage weniger, die aus Höflichkeit ungestellt bleibt.

Sandras Zimmer war wirklich schön. Woran sich Lucía ein Jahr später erinnerte, war etwas Kleineres: ein funktionierendes Handy auf dem Kissen und ein Zettel mit dem WLAN-Passwort, damit das Erste, was sie in einem fremden Land tun konnte, war, ihrer Mutter zu schreiben, dass sie angekommen ist.

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