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Wenn dein Au-pair zum Arzt muss: Krankenversicherung, Selbstbeteiligung und die richtige Anlaufstelle in den USA

Wenn dein Au-pair zum Arzt muss: Krankenversicherung, Selbstbeteiligung und die richtige Anlaufstelle in den USA

Lena hatte alles richtig gemacht, dachte sie jedenfalls. Sechs Wochen war sie jetzt bei Familie Parker in Ohio, als sie an einem Sonntagmorgen mit einem Hals aufwachte, der beim Schlucken brannte. Sie wollte kein Theater machen und wartete bis zum Nachmittag. Dann kam das Fieber. Die Kinderarztpraxis hatte geschlossen, und wohin Erwachsene in dieser Familie in so einem Fall gingen, hatte ihr nie jemand gesagt.

Also machte sie, was sie zu Hause in Freiburg auch gemacht hätte, und fuhr ins Krankenhaus. Die Notaufnahme war voll, die Wartezeit lag bei vier Stunden, die Diagnose dauerte zehn Minuten: Streptokokken-Angina, ein Rezept, Bettruhe.

Die Rechnungen kamen einen Monat später. Eine vom Krankenhaus, eine von einer Ärztegruppe, deren Namen sie noch nie gehört hatte, und dazu ein Schreiben ihrer Versicherung mit der Überschrift „Explanation of Benefits", das nichts erklärte. Lena war davon ausgegangen, dass ihre Programmversicherung so funktioniert wie die Versicherung der Familie. Die Parkers waren davon ausgegangen, dass die Agentur ihr alles erklärt hatte. Beides stimmte nicht.

Leichtsinnig war hier niemand. Es hatte sich nur keiner hingesetzt, bevor jemand krank wurde, und gemeinsam durchgesprochen, was die Versicherung des Au-pairs ist, was sie nicht ist und wohin man an einem Sonntagnachmittag geht. Dieses Gespräch dauert zwanzig Minuten. In diesem Artikel findest du alles, was du dafür brauchst.

🇺🇸 Dieser Ratgeber bezieht sich speziell auf das J-1-Au-pair-Programm in den USA. Die Mindestanforderungen an die Versicherung stammen aus Vorschriften des US-Außenministeriums, die für alle J-1-Austauschteilnehmer gelten (22 CFR § 62.14); die Regeln für das Au-pair-Programm selbst stehen in 22 CFR § 62.31. Jeder Sponsor schließt seine eigene Police ab, deshalb entscheiden die Versicherungsunterlagen deines Au-pairs, was abgedeckt ist. Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine medizinische, rechtliche oder Versicherungsberatung.

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Was die Au-pair-Krankenversicherung in den USA ist (und was nicht)

Jedes J-1-Au-pair reist mit einer Krankenversicherung ein, die der Sponsor organisiert, also die Agentur, die das Au-pair vermittelt hat. Mit der Krankenversicherung, die amerikanische Familien meist über den Arbeitgeber haben, hat sie wenig gemeinsam. Die meisten Missverständnisse beginnen genau dort.

Die gesetzlichen Mindeststandards

Das US-Außenministerium verlangt, dass jeder Austauschteilnehmer während der gesamten Programmdauer gegen Krankheit und Unfall versichert ist. Die Vorschrift legt eine Untergrenze fest, keine Obergrenze (22 CFR § 62.14):

AnforderungGesetzliches Minimum
Leistungen für BehandlungMindestens 100.000 $ pro Unfall oder Erkrankung
Selbstbehalt (Deductible)Höchstens 500 $ pro Unfall oder Erkrankung
Eigenanteil (Co-Insurance)Bis zu 25 % der erstattungsfähigen Kosten
Rücktransport ins Heimatland50.000 $
Überführung im Todesfall25.000 $
VorerkrankungenEine „angemessene" Wartezeit ist erlaubt

Außerdem darf eine Police Risiken, die mit den Aktivitäten des Programms einhergehen, nicht „unangemessen" ausschließen. Und Sponsoren dürfen den Teilnehmern für die Versicherung keine Gebühren berechnen, die über nachweisbaren Verwaltungsaufwand hinausgehen.

Wie die Zahlen im Alltag wirken

Den größten Schaden richtet eine Formulierung in dieser Tabelle an: pro Unfall oder Erkrankung. Wer eine deutsche Krankenkasse gewohnt ist, kennt so etwas gar nicht, und amerikanische Familienversicherungen haben meist einen Selbstbehalt pro Jahr. Viele J-1-Versicherungen rechnen dagegen pro Fall. Ein verstauchter Knöchel im Oktober und eine Nebenhöhlenentzündung im Januar fangen also jeweils wieder bei null an.

Nach dem Selbstbehalt kann noch ein prozentualer Eigenanteil an den restlichen Kosten dazukommen. Und alles, was die Police ausschließt, zahlt komplett derjenige, der es übernommen hat.

Kernaussage: Die Programmversicherung ähnelt eher einer Reise- und Unfallversicherung als einer richtigen Krankenversicherung. Sie ist für die unerwartete Krankheit oder Verletzung gedacht, nicht für Vorsorge, laufende Behandlungen oder die alltägliche Versorgung, die du von deiner eigenen Versicherung kennst.

Wie eine echte Police aussieht

Die Sponsoren bieten sehr unterschiedliche Tarife an. Ein Beispiel: Au Pair in America beschreibt seine Grundversicherung mit Arztbesuchen, Notoperationen und Krankenhausaufenthalten im Mehrbettzimmer, bei 50 $ Selbstbehalt pro Fall und bis zu 250.000 $ pro Erkrankung oder Unfall. Für psychische Gesundheit nennt die FAQ 500 $ ambulant und 10.000 $ stationär, in den meisten Tarifen 5.000 $ für Vorerkrankungen und ein optionales Upgrade auf 500.000 $ (Au Pair in America FAQ).

AuPairCare versichert seine Au-pairs über International Medical Group und verweist auf ein Online-Portal mit Versicherungskarte, Leistungsdetails und einer Suche nach Vertragsärzten. Die Seite sagt ziemlich deutlich, wer das Kleingedruckte lesen muss: „It is your responsibility to familiarize yourself with the policy coverage and exclusions" (AuPairCare, au pair resources).

Die Zahlen deines Sponsors werden andere sein. Entscheidend ist das Muster: ein überschaubarer Selbstbehalt, eine hohe Deckung für Notfälle und wenig Schutz für alles, was routinemäßig oder langfristig ist.

Die Lücken, die Familien kalt erwischen

Eine Auswertung von Sponsor-Tarifen, über die KFF Health News 2021 berichtete, ergab, dass viele Policen „did not cover routine or preventive services, or care for preexisting conditions, mental health, and maternity and reproductive health" (KFF Health News). Derselbe Artikel beschreibt Au-pairs, die auf Rechnungen im vierstelligen Bereich sitzen blieben, weil sie dachten, die Behandlung sei versichert.

Vorsorge und Routineuntersuchungen

Jährliche Check-ups, Impfungen, Verhütung und Vorsorgetests sind die häufigsten Ausschlüsse. Braucht dein Au-pair eine Grippeimpfung oder ein ärztliches Attest fürs Fitnessstudio, kläre vorher, ob die Versicherung zahlt, und falls nicht, wer.

Zähne und Augen

Meist ausgeschlossen, außer nach einem Unfall, etwa wenn bei einem Sturz ein Zahn beschädigt wird. Eine herausgefallene Füllung oder eine neue Brille gehen normalerweise auf eigene Rechnung.

Psychische Gesundheit

Wenn sie überhaupt abgedeckt ist, dann oft nur mit ein paar hundert Dollar für ambulante Behandlung. Das ist wichtig, denn die ersten Monate eines Au-pair-Jahres sind anstrengend, und ein paar Gespräche mit einer Beraterin können den Unterschied machen zwischen einem Durchhänger und einem Rematch. In unserem Artikel zu den Warnsignalen für Au-pair-Burnout findest du, worauf du achten solltest.

Vorerkrankungen

Eine Erkrankung, die dein Au-pair schon vor der Ankunft hatte, von Asthma bis zum Dauerrezept, kann ausgeschlossen oder gedeckelt sein. Sprich das beim Matching an, nicht erst beim ersten Folgerezept.

Sport und Freizeit

Manche Policen schließen Verletzungen bei Aktivitäten aus, die sie als riskant einstufen, etwa Skifahren oder Snowboarden, oder begrenzen die Leistung. Wenn im Februar ein Skiwochenende ansteht, lies vorher die Bedingungen oder frag beim Sponsor nach einem Upgrade.

Kernaussage: Die teuren Überraschungen kommen fast nie von echten Notfällen. Sie kommen von ganz normaler Versorgung, für die die Police nie gedacht war. Lest die Liste der Ausschlüsse gemeinsam, bevor jemand sie braucht.

Und eine Zusatzversicherung über den Marketplace?

Berichte aus dem Jahr 2021 beschreiben Au-pairs, die diese Lücken mit einer bezuschussten Versicherung nach dem Affordable Care Act geschlossen haben. Darauf solltest du heute nicht mehr bauen. Ein US-Bundesgesetz von 2025 hat die bezuschusste Marketplace-Versicherung für rechtmäßig anwesende Zugewanderte mit Einkommen unter der Armutsgrenze ab Januar 2026 gestrichen, und ab Januar 2027 auch für eine deutlich größere Gruppe, darunter Menschen mit Arbeitsvisum (KFF). Will dein Au-pair mehr Schutz, ist das Upgrade des Sponsors meist der einfachere Weg.

Wohin im Krankheitsfall: eine Entscheidungshilfe

Dein Au-pair kennt das amerikanische System nicht. Und die Faustregel, die die meisten von zu Hause mitbringen, „wenn es dringend ist, ab ins Krankenhaus", ist in den USA die teuerste. Geht die Möglichkeiten in der ersten Woche gemeinsam durch.

SituationAnlaufstelleWarum
Lebensbedrohlich: Brustschmerzen, Atemnot, starke Blutung, Kopfverletzung, Bewusstlosigkeit911 anrufen oder in die Notaufnahme (ER)Notfallversorgung nie aus Kostengründen aufschieben
Muss heute behandelt werden, ist aber nicht lebensbedrohlich: Halsschmerzen mit Fieber, Verstauchung, kleine Schnittwunde, Ohren- oder BlasenentzündungUrgent-Care-Praxis im Netzwerk der VersicherungOhne Termin, schneller und deutlich günstiger als die Notaufnahme
Kann ein paar Tage warten: Ausschlag, hartnäckiger Husten, Fragen zu MedikamentenArztpraxis oder die Telemedizin-Hotline der Versicherung, falls es eine gibtGünstigste Option, leicht zu buchen
Seelische Krise oder Gedanken an Selbstverletzung988 anrufen oder per SMS schreibenDie 988 Suicide & Crisis Lifeline ist rund um die Uhr erreichbar
Verdacht auf VergiftungPoison Control, 1-800-222-1222Kostenlos, rund um die Uhr

Urgent Care ist der Normalfall für „heute noch"

Das meiste, was sich für einen jungen Menschen allein in einem fremden Land dringend anfühlt, ist ein Fall für Urgent Care: Fieber, Infekte, Verstauchungen, kleine Verletzungen. Diese Praxen nehmen Patienten ohne Termin an, die Wartezeit ist viel kürzer als in der Notaufnahme, und in der Regel kostet es deutlich weniger. Viele haben abends und am Wochenende geöffnet, also genau dann, als Lena eine gebraucht hätte.

Wann die Notaufnahme richtig ist

Wenn etwas ernst aussieht: hinfahren. Keine Versicherungsregel ist es wert, eine Verschlechterung zu riskieren, und die gesetzlichen Mindeststandards gibt es genau dafür, dass echte Notfälle abgedeckt sind. Es geht in diesem Abschnitt darum, die Notaufnahme für Notfälle freizuhalten, nicht darum, dass jemand im Ernstfall zögert.

Wichtig: Ist dein Au-pair unsicher, ob es ein Notfall ist, dann gilt: 911 anrufen oder in die Notaufnahme. Die Rechnung lässt sich später immer noch klären. Umgekehrt geht das nicht.

Vertragsärzte finden, bevor man sie braucht

„In-network" heißt: Ärzte und Kliniken, mit denen die Versicherung Preise vereinbart hat. Behandlungen außerhalb des Netzwerks können teurer sein oder gar nicht erstattet werden, und der Unterschied kann groß sein.

Die Zwanzig-Minuten-Einrichtung

Erledigt das in der ersten Woche, am besten zusammen mit SSN, Bankkonto und Handy:

  1. Versicherungskarte finden, ob als Karte oder digital, und die Mitgliedsnummer darauf
  2. Gemeinsam ins Versicherungsportal des Sponsors einloggen und die Leistungsübersicht herunterladen
  3. Zwei Urgent-Care-Praxen im Netzwerk suchen, in der Nähe eures Zuhauses und dort, wo dein Au-pair seine Freizeit verbringt
  4. Das nächste Krankenhaus im Netzwerk heraussuchen und die Adresse notieren
  5. Die Telefonnummer der Versicherung speichern, dazu eine Nurse Line oder Telemedizin-Nummer, falls auf der Karte angegeben
  6. Die Seite mit den Ausschlüssen gemeinsam lesen und aufschreiben, was einen von euch überrascht hat

Dort ablegen, wo man es findet

Ein Foto der Versicherungskarte geht zwischen 4.000 anderen Bildern in der Galerie verloren. Leg sie lieber zu den anderen offiziellen Unterlagen. In der Dokumentenablage von AuPairSync kann dein Au-pair die Versicherungskarte neben Reisepass und Visum speichern und bekommt eine Erinnerung, bevor die Police abläuft.

Die Namen der Praxen und die Nummer der Versicherung gehören an dieselbe Stelle wie die Notfallkontakte eures Haushalts. Dein Au-pair sollte sie in unter zehn Sekunden finden, an einem schlechten Tag, mit Fieber.

Selbstbehalt, Zuzahlungen und wer was bezahlt

Die Vorschriften legen fest, was die Police abdecken muss. Wer den Selbstbehalt des Au-pairs zahlt, den Eigenanteil oder die Kosten für ausgeschlossene Leistungen, regeln sie nicht. Das vereinbart ihr untereinander, am besten vor der ersten Rechnung.

Übliche Vereinbarungen

Familien lösen das unterschiedlich. Vorgeschrieben ist keine dieser Varianten, also entscheidet euch für eine und schreibt sie auf:

  • Das Au-pair zahlt Selbstbehalt und Zuzahlungen: Einfach, kann sich bei einem Taschengeld aber hart anfühlen, wenn der Selbstbehalt bei jeder Erkrankung neu anfällt
  • Die Familie übernimmt den Selbstbehalt für versicherte Behandlungen: Ein verbreiteter Mittelweg, damit ein Streptokokken-Test keine Geldsorge wird
  • Die Familie zahlt ein Versicherungs-Upgrade: Senkt Selbstbehalte und erhöht die Deckung im Voraus, statt Rechnung für Rechnung zu zahlen
  • Von Fall zu Fall: Funktioniert in Familien, die offen miteinander reden, lässt aber Raum für Missverständnisse

Kernaussage: Egal, wofür ihr euch entscheidet, vereinbart es, bevor jemand krank wird. Über Geld spricht es sich im September leicht. Im Januar, wenn eine Rechnung auf dem Küchentisch liegt, wird es unangenehm.

Schreibt die Regelung in euer Familienhandbuch, direkt neben die Absprache für Krankheitstage. Streckst du eine Zuzahlung vor und dein Au-pair gibt sie dir zurück, oder umgekehrt, halte das fest wie jede andere Haushaltsausgabe, damit niemand im Kopf behalten muss, wer wem was schuldet.

Rechnungen lesen

Arztrechnungen in den USA verwirren sogar Amerikaner. Ein paar Grundregeln helfen:

  • Eine Explanation of Benefits ist keine Rechnung. Sie zeigt, was die Versicherung gezahlt hat und was eventuell noch offen ist. Warte auf die eigentliche Rechnung.
  • Ein Besuch kann mehrere Rechnungen auslösen. Krankenhäuser rechnen oft getrennt von den Ärzten ab, die dort arbeiten.
  • Nichts bezahlen, bevor die Versicherung abgerechnet hat. Prüf, ob die Praxis zuerst bei der Versicherung eingereicht hat.
  • Bei Fragen die Versicherung anrufen. Die Servicenummer auf der Karte ist der richtige erste Anruf bei einer abgelehnten oder unklaren Abrechnung.
  • Eine aufgeschlüsselte Rechnung verlangen (itemized bill), wenn die Summe nicht stimmen kann.

Wann du den Local Coordinator einschaltest

Der Local Coordinator deines Au-pairs muss mit euch beiden jeden Monat persönlich Kontakt halten (22 CFR § 62.31), und die Einführung durch den Sponsor muss laut Außenministerium „healthcare coverage, including benefits and how to seek emergency assistance" abdecken (BridgeUSA). Gesundheitsfragen gehören also genau in seinen Bereich. Wie du diese Beziehung nutzt, bevor es ein Problem gibt, steht in unserem Artikel darüber, was der Local Coordinator wirklich macht.

Ruf den Coordinator an, wenn

  • eine Abrechnung abgelehnt wird und keiner von euch versteht, warum
  • ein Krankenhausaufenthalt oder eine Operation ansteht oder schon passiert ist
  • eine chronische Erkrankung regelmäßig behandelt werden muss, die die Police vielleicht nicht abdeckt
  • psychische Probleme über ein normales Tief hinausgehen
  • dein Au-pair den Schutz erweitern oder verlängern will, zum Beispiel vor dem Reisemonat, wenn die Programmversicherung in der Regel endet

Wenn dein Au-pair krank ist: die praktische Seite

Ein krankes Au-pair ist auch ein Betreuungsproblem. Zwei Dinge helfen:

Keine Entscheidung zwischen Arbeit und Arzt

Hat dein Au-pair das Gefühl, es müsse krank weiterarbeiten, weil die Familie sonst nicht klarkommt, geht es zu spät zum Arzt. Sag zu Beginn des Jahres deutlich, dass krank sein heißt: ausruhen und zum Arzt gehen. Und plane eine Ersatzbetreuung, damit dieser Satz auch stimmt.

Bei der Organisation helfen

Für einen jungen Menschen in einem neuen Land ist „geh halt zu Urgent Care" eine große Aufgabe. Biete an, dein Au-pair hinzufahren, vor allem wenn es noch nicht selbst fährt. Hilf beim ersten Anruf. Zeig, welche Apotheke in der Nähe ist und wie man dort ein Rezept einlöst. Vorgeschrieben ist nichts davon, aber genau das macht aus einem beängstigenden Tag oft einen, der sich bewältigen lässt.


Deine Checkliste zur Krankenversicherung

Vor der Ankunft oder in der ersten Woche:

  • Versicherungskarte gefunden und bei den anderen offiziellen Dokumenten abgelegt
  • Leistungsübersicht heruntergeladen und Ausschlüsse gemeinsam gelesen
  • Zwei Urgent-Care-Praxen und ein Krankenhaus im Netzwerk gespeichert
  • Nummer der Versicherung und ggf. Nurse Line oder Telemedizin gespeichert
  • Vereinbarung, wer Selbstbehalt, Zuzahlungen und ausgeschlossene Leistungen zahlt, schriftlich festgehalten

Vor bestimmten Anlässen:

  • Skiurlaub oder Sport: Ausschlüsse für Aktivitäten prüfen
  • Vorerkrankungen oder Dauermedikamente: Deckung früh klären
  • Reisemonat: prüfen, wann der Schutz endet und ob er sich verlängern lässt

Wenn etwas passiert:

  • Notfälle: erst 911, Papierkram später
  • Alles andere, was nicht warten kann: Urgent Care vor der Notaufnahme
  • Rechnungen: auf die Abrechnung warten, die EOB lesen, die Versicherung anrufen, bei Bedarf den Coordinator einschalten

Fürsorge gehört zum Ankommen

Man kann die Versicherung leicht als Sache der Agentur abtun. Sie steht in den Unterlagen, der Sponsor kümmert sich darum, und Thema wird sie erst, wenn es so weit ist. Für dein Au-pair gehört Kranksein weit weg von zu Hause aber zu den einsamsten Momenten des ganzen Jahres. Zu wissen, wohin man geht, was es kostet und dass die Familie einem den Rücken freihält, macht diesen Moment kleiner.

Lena war nach einer Woche wieder gesund. Die Rechnungen dauerten länger, und die Parkers übernahmen den Großteil, weil inzwischen allen klar war, dass es ihre Lücke gewesen war. Das nächste Au-pair bekam das Zwanzig-Minuten-Gespräch gleich in der ersten Woche, bevor irgendjemand einen Arzt brauchte.

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