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Deine erste Woche als Au-pair in Deutschland

Deine erste Woche in Deutschland hat fünf Aufgaben: die Anmeldung beim Bürgeramt (das Gesetz gibt dir zwei Wochen ab Einzug), den Wochenplan schriftlich festhalten und gegen 30 Stunden pro Woche und sechs Stunden pro Tag prüfen, ein Konto und eine deutsche SIM-Karte, die Versicherungsunterlagen finden und die Anmeldung zum Deutschkurs. Bist du mit Visum eingereist, kommt der Termin bei der Ausländerbehörde dazu. Alles andere hat Zeit.

Die Liste ist bewusst kurz. Die erste Woche ist die, in der du am müdesten bist und am schlechtesten um etwas bitten kannst, und sie legt trotzdem fest, wie der Rest des Jahres läuft. Die Zahlen unten stammen aus dem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit, an dem sich auch die Ausländerbehörden orientieren.

Deine Stunden, Aufgaben und der Chat mit deiner Gastfamilie, in einer App.

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Die ersten zwei Tage

Schlafen, essen, einmal um den Block. Niemand erwartet, dass du am Morgen nach einem langen Flug voll einsteigst, und eine Gastfamilie, die das erwartet, sagt damit schon etwas über das Jahr.

Zwei Dinge lohnen sich, solange noch alles neu ist. Bitte um eine kurze Führung mit den praktischen Details zum Mitschreiben: Türcode, welche Tonne wann rausgeht, WLAN-Passwort, nächster Supermarkt und nächste Apotheke, wie die Heizung in deinem Zimmer funktioniert. Und frag nach dem Namen der Krankenversicherung und danach, wo deine Karte oder die Police liegt. Die Gastfamilie zahlt deine Kranken- und Unfallversicherung, und der Moment, in dem du zum Arzt musst, ist der falsche Moment für diese Suche.

Dann die Frage, die am meisten Ärger erspart: Wie sieht hier eine normale Woche aus? Nicht die Vertragsversion, sondern die echte, mit Schulweg, Fußballtraining und dem Abend, an dem beide Eltern länger arbeiten.

Anmeldung: zwei Wochen, und die laufen ab Einzug

Das ist der einzige Punkt mit einer gesetzlichen Frist. Wer eine Wohnung in Deutschland bezieht, muss sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug bei der Meldebehörde anmelden (§ 17 BMG). Das gilt für dich genauso, ob mit Visum oder aus der EU.

Zuständig ist das Bürgeramt oder die Meldebehörde deines Wohnorts. Mitnehmen: Reisepass und die Wohnungsgeberbestätigung, das kurze Formular, mit dem deine Gastfamilie bestätigt, dass du bei ihr wohnst. Viele Städte vergeben nur Termine, und die sind schnell weg. Bitte deine Gastfamilie, schon vor deiner Ankunft oder am ersten Tag einen zu buchen.

Die Meldebescheinigung, die du bekommst, hebst du auf. Du brauchst sie für die Bank, für die Aufenthaltserlaubnis und für so ziemlich jedes deutsche Formular im restlichen Jahr. Fotografiere sie zusätzlich ab.

Den Wochenplan aufschreiben

Deine Aufgaben im Haushalt einschließlich der Betreuung der Kinder dürfen grundsätzlich nicht mehr als sechs Stunden täglich und 30 Stunden wöchentlich in Anspruch nehmen. Dazu kommen mindestens 1,5 volle freie Tage pro Woche, mindestens vier freie Abende und mindestens ein freier Sonntag im Monat. Für den Sprachkurs muss dich die Gastfamilie freistellen.

Wenn vor deiner Ankunft niemand einen Plan aufgeschrieben hat, schreibt ihn in Woche eins auf. Stunden neben jeden Tag, freie Abende markieren, freie Tage benennen. Danach prüfen: Der Arbeitszeit-Check rechnet deine Woche zusammen und zeigt, welche Tage die Regeln brechen.

Ein schriftlicher Plan ist kein Misstrauen. Er ist das, worauf ihr im November beide zeigen könnt, wenn die Woche sich unbemerkt verschoben hat. Bittet dich die Familie um zusätzliche Stunden, muss das vorher abgesprochen sein, und die Stunden kommen als Freizeit zu dir zurück.

Konto, Handy und Mobilität

Dein Taschengeld beträgt 280 € im Monat, unabhängig davon, wie viele Stunden du arbeitest. Unterkunft und Verpflegung kommen kostenlos dazu. Ein deutsches Konto macht die Überweisung einfach und ist das, was Sprachschule und Mobilfunkanbieter sehen wollen. Nimm Reisepass, Meldebescheinigung und deine Gastfamilie mit, die die Rückfragen am Schalter meist schneller beantwortet als du.

Eine deutsche Nummer ist wichtiger, als es klingt. Die Gastfamilie muss dich am Schultor erreichen, die Sprachschule schickt SMS, und die Leute, die du in den ersten Wochen kennenlernst, wollen eine Nummer, die funktioniert.

Für den Weg zur Arbeit und zum Kurs: Frag nach dem Deutschlandticket. Es kostet 63 € im Monat und gilt bundesweit im Nah- und Regionalverkehr (Bundesregierung). Manche Familien zahlen es, manche teilen sich die Kosten, manche nicht. In der ersten Woche ist das eine normale Frage. In Monat vier ist sie deutlich unangenehmer.

Dein Deutschkurs

Deine Gastfamilie beteiligt sich mit mindestens 840 € insgesamt an den Kosten für den Spracherwerb, entweder mit 70 € im Monat oder einmalig, und nur soweit die Kosten tatsächlich anfallen. Heb die Belege auf. Die Fahrtkosten zum nächstgelegenen geeigneten Deutschkurs kommen obendrauf.

Kümmere dich früh darum, aus einem praktischen Grund: Die Kurszeiten müssen in den Wochenplan passen, und einen Plan um einen Kurs herum zu bauen ist viel einfacher, als einen fertigen Plan nachträglich zu verschieben. Bring die Kurszeiten mit an den Tisch, bevor du dich anmeldest.

Der Kurs ist außerdem der einfachste Ort, um Leute kennenzulernen. Alle im Raum sind gerade erst angekommen und kennen niemanden.

Wenn du mit Visum eingereist bist

Das Au-pair-Visum wird meist für drei Monate erteilt. Bevor es abläuft, beantragst du bei der für deinen Wohnort zuständigen Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis. Die Erteilung kostet 100 € (§ 45 AufenthV). Mitnehmen: Reisepass mit Visum, Meldebescheinigung, Au-pair-Vertrag, Versicherungsbestätigung und biometrische Fotos.

Buche diesen Termin in der ersten Woche, auch wenn er erst in Monaten stattfindet. In den größeren Städten sind die Wartezeiten lang genug, dass Leute ihre eigene Frist verpassen. Den ganzen Ablauf mit Zeitplan findest du in Au-pair-Visum Deutschland: dein Zeitplan, die Voraussetzungen im Visum-Ratgeber.

Au-pairs aus der EU, dem EWR und der Schweiz überspringen diesen Abschnitt. Die Anmeldung gilt trotzdem.

Wenn sich die erste Woche schon falsch anfühlt

Das kommt vor. Das Zimmer ist kleiner als auf den Fotos, die Kinder sind anstrengender als beschrieben, und am dritten Tag sieht der Tag schon nach mehr als sechs Stunden aus.

Sag in Woche eins etwas. Keine Rede, ein Satz am Küchentisch: „Können wir uns den Dienstag zusammen ansehen? Er ist auf acht Stunden gelaufen." Die meisten Probleme der ersten Woche sind Missverständnisse und keine böse Absicht, und sie lassen sich klären, bevor sie zur normalen Übung werden. Hilft das nicht und bist du über eine Agentur gekommen, melde dich dort. Vermittlung zwischen Au-pair und Gastfamilie gehört zu ihrem Job, und der Rematch-Ratgeber beschreibt, wie ein Wechsel abläuft.

Eine Reihenfolge, die funktioniert

  1. Tag 1 und 2: ankommen, Wohnungsführung, Versicherungsunterlagen, Türcode.
  2. Tag 2 oder 3: Termin beim Bürgeramt gebucht (Frist: zwei Wochen).
  3. Tag 3: Wochenplan gemeinsam aufschreiben.
  4. Tag 3 oder 4: Banktermin und deutsche SIM-Karte.
  5. Woche 1: Kurszeiten geprüft, Anmeldung gestartet.
  6. Woche 1: Termin bei der Ausländerbehörde gebucht, falls du mit Visum eingereist bist.
  7. Woche 2: Anmeldung erledigt, Plan vereinbart, erster freier Abend wirklich genommen.

Welche Unterlagen hinter jedem Punkt stecken, steht in der Vorbereitungs-Checkliste. Die druckt auf eine Seite, was praktisch ist, wenn du in einem Amt ohne Empfang stehst.

Häufige Fragen

Wie schnell muss ich mich in Deutschland anmelden?

Innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug. Paragraf 17 des Bundesmeldegesetzes gilt für alle, die eine Wohnung in Deutschland beziehen, also auch für dich. Die Anmeldung läuft über das Bürgeramt oder die Meldebehörde, und du brauchst eine Wohnungsgeberbestätigung deiner Gastfamilie.

Was sollte ich in der ersten Woche mit der Gastfamilie klären?

Den Wochenplan. Deine Aufgaben dürfen grundsätzlich nicht mehr als sechs Stunden am Tag und 30 Stunden in der Woche in Anspruch nehmen, du hast mindestens 1,5 volle freie Tage und vier freie Abende pro Woche, und mindestens ein Sonntag im Monat muss frei sein.

Brauche ich als Au-pair ein deutsches Bankkonto?

Vorgeschrieben ist es nicht, aber die 280 Euro Taschengeld kommen damit einfacher an, und Sprachschulen und Mobilfunkanbieter fragen fast immer danach. Nimm deine Gastfamilie zum Termin in der Filiale mit.

Wann melde ich mich zum Deutschkurs an?

Sobald der Wochenplan steht, denn deine Gastfamilie muss dich für den Kurs freistellen. Sie beteiligt sich mit mindestens 840 Euro insgesamt, entweder mit 70 Euro im Monat oder auf einmal, dazu kommen die Fahrtkosten zum nächstgelegenen geeigneten Kurs.

Was mache ich, wenn sich schon die erste Woche falsch anfühlt?

Sprich es früh und sachlich an. Die meisten Probleme der ersten Woche sind Missverständnisse über Stunden, Essen oder das Bad, und in Woche eins lassen sie sich viel leichter klären als in Monat drei. Hilft das Gespräch nicht und bist du über eine Agentur gekommen, ist genau dafür die Agentur da.

Deine weiteren Rechte, jede Zahl mit der amtlichen Quelle daneben, stehen im Au-pair-Ratgeber für Deutschland.


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