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Au-Pair-Wechsel: So hilfst du deinen Kindern

Au-Pair-Wechsel: So hilfst du deinen Kindern

Katrin Meier hatte alles richtig gemacht, dachte sie jedenfalls. Lucías Au-pair-Jahr endete im August, das neue Au-pair Hanna sollte vier Tage später kommen, und Katrin hatte drei Abende damit verbracht, mit Lucía die Schulwege, die Schwimmkurs-Zeiten und den Ort des Ersatzschlüssels aufzuschreiben. Das Übergabedokument hatte elf Seiten. Sie war insgeheim ziemlich stolz darauf.

Was sie nicht geplant hatte, waren die Kinder. Emma, sieben, erfuhr von Lucías Abreise, als der Koffer im Flur stand. Paul, vier, verstand es erst an dem Morgen, als Lucía weg war und eine Fremde in der Küche stand.

An Hannas erstem Abend ließ Paul sie nicht in sein Zimmer. „Du machst das falsch!", schrie er, und er hatte recht: Lucía hatte ein spanisches Lied gesungen, die Sternenlampe angeschaltet, bevor das große Licht ausging, und die Tür genau eine Handbreit offen gelassen. Nichts davon stand in den elf Seiten. Emma war die ganze Woche höflich und hilfsbereit und machte dann plötzlich wieder ins Bett.

Niemand hatte etwas falsch gemacht. Die Übergabe deckte alles ab, was die Erwachsenen brauchten. Sie hatte nur die vergessen, die am meisten verloren.

Auch deine Kinder verlieren jemanden

Für dich ist ein Au-pair-Wechsel eine Organisationsaufgabe mit Frist. Für deine Kinder ist es der Verlust eines Menschen, der ein Jahr lang das Zubettgehen begleitet hat. Wenn sich ein Kind an ein neues Au-pair gewöhnen soll, gewöhnt es sich nicht an eine neue Arbeitskraft. Es trauert um jemanden, der bei Hunderten Frühstücken, Badeabenden und aufgeschlagenen Knien dabei war, und soll dann einen Ersatz annehmen, den es sich nicht ausgesucht hat.

Erwachsene unterschätzen das aus einem einfachen Grund: Wir wissen, dass das Ganze von Anfang an befristet war. Kinder haben diesen Rahmen nicht. Für einen Vierjährigen gehörte das Au-pair einfach zum Zuhause, so wie der Küchentisch.

Wie Trauer in welchem Alter aussieht

Kinder sagen selten „Ich bin traurig, dass Lucía geht". Die Trauer kommt auf Umwegen heraus, und je nach Alter sieht sie anders aus.

AlterWas das Kind verstehtWoran man den Verlust erkennt
Unter 3Kaum etwas über das Warum, sehr viel darüber, wer fehltKlammern an den Eltern, unruhiger Schlaf, Suchen nach der Person
3–5Dass jemand geht, nicht was „nach Hause fliegen" bedeutetRückschritte (Toilette, Schlafen, Babysprache), Wut auf das neue Au-pair, „Du bist nicht sie"
6–9Den Grund, und dass es endgültig istSorgen, viele Fragen, Verhandeln („Kommt sie an Weihnachten wieder?"), auffällig braves Verhalten, das später bricht
Ab 10Alles, und manchmal tun sie so, als wäre es egalRückzug, Kühle gegenüber dem neuen Au-pair, gelegentlich unerwartete Tränen

Kernpunkt: Ein Kind, das in der ersten Woche frech zum neuen Au-pair ist, lehnt meistens nicht diese Person ab. Es protestiert gegen einen Verlust, bei dem ihm niemand geholfen hat.

Die gute Nachricht: Das meiste davon ist vorhersehbar, und vieles lässt sich vermeiden. Familien, die gut durch einen Wechsel kommen, haben selten einfach Glück gehabt. Sie haben die Seite der Kinder als Teil des Plans behandelt.

Wann und wie du es deinen Kindern sagst

Der erste Impuls ist, Kinder zu schonen und es ihnen spät zu sagen. Das geht fast immer nach hinten los. Ein Kind, das die Abreise am Koffer im Flur erkennt, bekommt Verlust und Schreck gleichzeitig, ohne jede Zeit, sich darauf einzustellen.

Der richtige Zeitpunkt nach Alter

  • Unter 3: etwa eine Woche vorher. Längere Zeiträume bedeuten in dem Alter nichts, das Warten wird nur zur Unruhe.
  • 3–5: zwei bis drei Wochen vorher, mit greifbaren Ankern statt Daten („nach deinem Geburtstag", „wenn die Blätter bunt werden").
  • 6–9: vier bis sechs Wochen vorher, sobald das Datum feststeht.
  • Ab 10: sobald du es weißt. Ältere Kinder, die es spät erfahren, fühlen sich belogen, und ganz unrecht haben sie damit nicht.

Eine feste Regel gilt für jedes Alter: Sag es, bevor es durchsickern kann. Kinder hören Telefonate mit, sehen die Flugbestätigung auf dem Küchentisch liegen und spüren die Stimmung im Haus viel genauer, als Erwachsene glauben.

Was du konkret sagen kannst

Kurz, ehrlich und gerne mehrmals. Kinder verarbeiten große Nachrichten in kleinen Portionen und stellen in den folgenden Wochen dieselbe Frage oft wieder. Das ist normal und kein Zeichen, dass du es schlecht erklärt hast.

  1. Sag die Tatsache klar: „Lucías Au-pair-Jahr ist bald zu Ende. Im August fliegt sie nach Hause nach Spanien."
  2. Nenn den echten Grund, kindgerecht: „Au-pairs kommen für ein Jahr, um unsere Sprache zu lernen und bei einer Familie zu leben. Danach gehen sie zurück zu ihrer eigenen Familie und studieren weiter."
  3. Erlaube die Traurigkeit: „Es ist okay, wenn du traurig bist. Wir sind auch traurig."
  4. Sag, was gleich bleibt: „Du hast weiter dein Zimmer, deine Schule und dein Gute-Nacht-Lied."
  5. Sag, wie es weitergeht: „Dann kommt ein neues Au-pair, sie heißt Hanna. Wir zeigen dir ein Foto von ihr."

Kernpunkt: Mit traurigen Nachrichten kommen Kinder besser zurecht als mit verwirrenden. Kurz, ehrlich und wiederholt schlägt das eine perfekte Gespräch.

Was du besser nicht sagst

  • „Sie muss wegen der Arbeit weg" (wenn das nicht stimmt): Kinder merken sich erfundene Gründe, und die fliegen irgendwann auf.
  • „Sie besucht uns ganz bald": Solange kein Termin steht, ist das ein Versprechen, auf das dein Kind monatelang wartet.
  • „Die Neue wirst du noch viel lieber haben": Das macht Zuneigung zum Wettbewerb, und dein Kind fühlt sich illoyal, wenn es Hanna mag.
  • „Nicht weinen, ist doch nicht schlimm": Für das Kind ist es schlimm, und es braucht die Erlaubnis, das zu fühlen.

Nutze die letzten Wochen bewusst

Sobald die Kinder Bescheid wissen, werden die letzten Wochen mit dem bisherigen Au-pair wertvoll. In dieser Zeit kann sich ein Kind richtig verabschieden, und genau das haben Paul und Emma nie bekommen.

Ein häufiger Fehler ist der schleichende Rückzug: Das scheidende Au-pair übernimmt weniger, die Eltern übernehmen mehr, „damit sich die Kinder schon mal umgewöhnen". In der Praxis zieht das den Verlust nur nach vorn. Das Kind erlebt den Abschied zweimal, einmal wenn die Beziehung abkühlt und noch einmal am Abreisetag. Lass die Beziehung bis zum Ende warm.

Rituale, die einem Kind einen Abschluss geben

Rituale sind für Kinder wichtiger als für Erwachsene, weil Kinder ein Ende über Dinge begreifen, die sie sehen und anfassen können.

  • Ein Fotobuch vom ganz normalen Alltag: nicht nur vom Urlaub. Frühstück, Spielplatz, Schulweg. Macht es gemeinsam, und lass es dein Kind neben dem Bett aufbewahren.
  • Eine aufgenommene Gute-Nacht-Geschichte: Bitte das scheidende Au-pair, ein Lieblingsbuch vorzulesen oder das Einschlaflied zu singen und das aufzunehmen. Für kleine Kinder kann das über Monate trösten.
  • Ein Abschiedsbrief oder ein Bild: vom Kind an das Au-pair, idealerweise auch umgekehrt. Ältere Kinder schreiben ihren Brief oft lieber allein.
  • Ein Countdown für 5- bis 9-Jährige: eine Papierkette oder ein Kalender mit den letzten Tagen. So wird das Ende sichtbar statt plötzlich.
  • Ein richtiger Abschiedsmoment: geplant, ohne Zeitdruck und mit den Kindern dabei. Keine hastige Umarmung an einem Schulmorgen.

Die Erwachsenenseite dieses Abschieds, vom Zeugnis bis zum letzten Taschengeld, ist ein eigenes Projekt. Darum geht es im Artikel über die letzten Wochen mit deinem Au-pair. Für die Kinder zählt vor allem, dass ihr Abschied bewusst eingeplant wird und nicht irgendwie zwischen Packen und Flughafen passiert.

Kernpunkt: Ein Kind, das sich richtig verabschieden durfte, hat etwas, woran es sich festhalten kann. Ein Kind, das diese Chance nicht hatte, lädt das Unerledigte oft bei der Person ab, die als Nächstes kommt.

Gleicher Alltag: die größte Hilfe, damit sich dein Kind an das neue Au-pair gewöhnt

Wenn du aus diesem Artikel nur eine Sache mitnimmst, dann diese. Am meisten hilfst du deinem Kind beim Eingewöhnen an ein neues Au-pair, wenn rund um diese Person alles genau gleich bleibt. Gleiche Schlafenszeit, gleiche Reihenfolge, gleiches Lied, gleiches Nachtlicht, gleich viele Geschichten. Die Person wechselt, der Ablauf des Tages nicht.

Feste Abläufe sind für kleine Kinder das Zeichen, dass sie sicher sind. Wenn sich die Person beim Zubettbringen ändert und das Zubettbringen selbst gleich mit, verliert das Kind zwei Anker auf einmal. Ändert sich nur die Person, trägt der Ablauf das Kind über die Lücke.

Schreib den Ablauf so auf, wie ein Kind ihn wahrnimmt

Hier greifen die meisten Übergabenotizen zu kurz. Sie halten fest, was Erwachsene brauchen („19:30 Uhr ins Bett, Zähne putzen, zwei Geschichten"), und lassen genau die Details weg, auf die ein Kind achtet. Paul war nicht sauer, weil Hanna die Uhrzeit nicht kannte. Er war sauer, weil sie die Lampe, das Lied und die Tür nicht kannte.

Fester PunktWas aufgeschrieben werden sollteWarum es dem Kind wichtig ist
AufwachenWer zuerst ins Zimmer geht, was gesagt wird, Licht oder VorhangDie erste Minute prägt den ganzen Tag
FrühstückWelcher Becher, welcher Platz, was aufs Brot darfKleine Dinge sind große Zeichen für „Zuhause"
Nach der SchuleErst Snack oder erst spielen, Ruhepause, Fragen oder keine FragenMüde Kinder brechen ein, wenn sich die Reihenfolge ändert
BadenSpielzeug, Wassertemperatur, an welchen Tagen Haare gewaschen werdenBeim Baden wird viel Vertrauen auf die Probe gestellt
ZubettgehenReihenfolge, Lieder, Lampe, Tür, Kuscheltier, was man sagt, wenn das Kind ruftDer heikelste Ablauf des ganzen Tages

Bitte das scheidende Au-pair, jeden Ablauf laut durchzugehen, während du mitschreibst. Es weiß Dinge, die du nicht weißt, weil es das jeden Abend gemacht hat. Das allgemeine Wissen über den Haushalt, von Kontakten in der Schule bis zur Heizung, gehört in die Übergabe zwischen altem und neuem Au-pair. Die Abläufe der Kinder verdienen einen eigenen, genaueren Durchgang.

Leg es dort ab, wo das neue Au-pair es am ersten Abend findet

Ein Ordner in der Schublade hilft nicht um 19:45 Uhr, wenn ein Vierjähriger weint. Der Ablauf muss im Moment greifbar sein, und er muss für alle gleich sein, die das Zubettbringen übernehmen.

Genau dafür ist das Kinderprofil in AuPairSync gedacht: Die Abläufe jedes Kindes, vom Aufwachen bis zum Schlafengehen, stehen dort mit Uhrzeit, Zuständigkeit und freien Notizen für die Details („Sternenlampe an, bevor das große Licht ausgeht, Tür eine Handbreit offen"), getrennt nach Werktag und Wochenende, und sie erscheinen im Familienkalender. So kann das neue Au-pair vom ersten Abend an denselben Ablauf in derselben Reihenfolge übernehmen. Falls die Profile deiner Kinder noch leer sind: Im Artikel darüber, was dein Au-pair über deine Kinder wissen muss, steht, was hineingehört, auch Lieblingsessen und Kuscheltiere.

  • Schreib die Abläufe auf, bevor das alte Au-pair geht, nicht danach. Hinterher rekonstruierst du sie aus einem weinenden Kind.
  • Lass das neue Au-pair mindestens ein komplettes Zubettbringen begleiten, wenn es irgendeine Überschneidung gibt.
  • Ohne Überschneidung macht ein Elternteil die ersten zwei, drei Abende, mit dem neuen Au-pair dabei, genau nach dem aufgeschriebenen Ablauf.
  • Verbessere während des Wechsels nichts. Früher ins Bett, weniger Geschichten, kein Tablet mehr: alles gute Ideen, aber erst in zwei Monaten.

Kernpunkt: Wechsle die Person oder den Ablauf, aber nie beides gleichzeitig. Heb dir jede Verbesserung auf, bis das neue Au-pair angekommen ist.

Was in den ersten Wochen normal ist

Auch bei guter Vorbereitung reagieren die meisten Kinder. Wer weiß, was normal ist, gerät als Elternteil nicht in Panik, und das neue Au-pair kommt nicht in der zweiten Woche zu dem Schluss, dass es nicht klappt.

Häufige Reaktionen, die meist vorbeigehen

  • Rückschritte: wieder einnässen, nachts aufwachen, Fläschchen oder Schnuller zurückwollen, Babysprache.
  • Klammern: einem Elternteil von Zimmer zu Zimmer folgen, Tränen beim Abgeben in Kita oder Schule, Mama oder Papa nicht zur Arbeit gehen lassen.
  • Ablehnung des neuen Au-pairs: „Mama soll das machen", Hilfe verweigern, Regeln viel härter testen als je beim vorigen Au-pair.
  • Verklärung des alten Au-pairs: „Bei Lucía musste ich nie eine Jacke anziehen." Musste er doch. Ist egal.
  • Verzögerte Reaktionen: Ein Kind wirkt zwei Wochen lang völlig in Ordnung und bricht dann ein. Das ist bei Schulkindern häufig, sie halten durch, bis sie sich sicher genug fühlen, es nicht mehr zu müssen.

Bei den meisten Kindern lassen diese Reaktionen über einige Wochen nach, wenn der Alltag wieder vertraut und das neue Au-pair eine bekannte Person geworden ist. Begegne ihnen mit Geduld statt mit Konsequenzen. Ein Vierjähriger, der nach einem Verlust wieder einnässt, braucht Trost und keinen Belohnungsplan.

Wann du dir Unterstützung holen solltest

Bei manchen Anzeichen lohnt sich ein Gespräch mit der Kinderärztin, der Schule oder einer Kinderpsychologin eher als weiteres Abwarten:

  1. Schlaf- oder Essprobleme, die nach etwa einem Monat schlimmer werden statt langsam besser.
  2. Rückzug von Dingen, die das Kind sonst liebt, etwa Freunde, Hobbys oder Spielen.
  3. Belastung, die bis in die Schule reicht, und Lehrkräfte bemerken Veränderungen im Verhalten oder bei der Konzentration.
  4. Anhaltende Angst, dass auch andere Menschen gehen könnten, auch die Eltern.

Das heißt nicht, dass du den Wechsel schlecht gemacht hast. Manche Kinder reagieren einfach empfindlicher auf Trennungen, und ein Au-pair-Wechsel kann das zum ersten Mal sichtbar machen.

Schütze das neue Au-pair vor der Bösewicht-Rolle

Das neue Au-pair kommt in eine Lage, die es nicht verursacht hat: ein trauerndes Kind, eine verklärte Vorgängerin und Abläufe, die es noch nicht kennt. Ohne Hilfe wird es schnell zum Gesicht des Verlusts. Das ist hart für das Au-pair und bremst die Eingewöhnung, denn ein Kind kann keine Bindung zu jemandem aufbauen, den es zum Feind erklärt hat.

Was das neue Au-pair vor der Ankunft wissen sollte

  • Dass die Kinder das vorige Au-pair sehr mochten, und dass etwas Ablehnung in den ersten Wochen zu erwarten und nicht persönlich gemeint ist.
  • Die genauen Abläufe, schriftlich, vor dem ersten Zubettbringen.
  • Die Kuscheltiere und wunden Punkte der Kinder, etwa das Stofftier, das nie gewaschen werden darf, oder das Thema, bei dem Tränen fließen.
  • Dass ihr hinter ihm steht, vor den Kindern, vom ersten Tag an.

Was Eltern in Woche eins bis drei tun können

  • Übernimm die unbeliebten Regeln selbst. In den ersten Wochen setzen die Eltern die Grenzen durch. Das neue Au-pair darf mit den schönen Dingen anfangen: Spielplatz, Backen, der Weg zur Bücherei.
  • Vergleiche nie laut. „Bei Lucía hast du dich immer anziehen lassen" macht das neue Au-pair zur enttäuschenden Kopie.
  • Gib dem neuen Au-pair etwas Eigenes. Ein Spiel aus seinem Heimatland, ein neues Lied, ein besonderer Samstagsspaziergang. Etwas, das zu ihm gehört und nicht zur Vorgängerin.
  • Sei erst in der Nähe, dann Schritt für Schritt weniger. Bei den ersten Abenden dabei, dann im Nebenzimmer, dann auch mal abends aus dem Haus.
  • Frag auch beim Au-pair nach, nicht nur bei den Kindern. Ein neues Au-pair, das von einem Vierjährigen abgelehnt wird, muss hören, dass das gerade ganz normal läuft.

Wie die Ankunft allgemein gut gelingt, steht im Leitfaden für die erste Woche mit deinem Au-pair. Für die Seite der Kinder lohnt sich eine kurze feste Frage im wöchentlichen Gespräch mit dem Au-pair: Wie lief das Zubettbringen, was hat geklappt, wogegen haben sich die Kinder gewehrt? Kleine Korrekturen in Woche zwei verhindern einen Machtkampf in Woche sechs.

Kernpunkt: Das neue Au-pair muss das alte nicht im Herzen der Kinder ersetzen. Es braucht den Raum, auf seine eigene Art jemand zu werden, den die Kinder kennen.

Kontakt halten, ohne die Wunde jede Woche neu aufzureißen

Kinder fragen oft, ob sie noch mit dem Au-pair sprechen dürfen, das gegangen ist. Meistens ja, und Kontakt kann echten Trost geben. Aber Zeitpunkt und Häufigkeit sind wichtig.

  • Eine kurze Nachricht oder ein Video kurz nach der Ankunft zu Hause beruhigt ein Kind: Sie ist gut angekommen und es gibt sie noch.
  • Vermeide tägliche Videoanrufe in den ersten Wochen. Sie halten das Kind im Wartezustand und machen es schwerer, das neue Au-pair anzunehmen.
  • Findet einen seltenen, verlässlichen Rhythmus: ein Anruf im Monat, eine Postkarte, eine Nachricht zum Geburtstag.
  • Lass dein Kind das Tempo bestimmen. Manche wollen am Anfang viel Kontakt und dann immer weniger. Das ist ein Zeichen gesunder Eingewöhnung, nicht des Vergessens.

Leg das Fotobuch und die aufgenommene Geschichte in Reichweite. Für jüngere Kinder trösten sie oft mehr als ein Anruf, weil sie nicht einfach aufhören.

Deine Checkliste für die Kinder beim Au-pair-Wechsel

  • Sobald das Datum feststeht: entscheiden, wann du es welchem Kind sagst, je nach Alter.
  • 4–6 Wochen vorher: Schulkindern Bescheid sagen. Gemeinsam mit dem Fotobuch anfangen.
  • 2–3 Wochen vorher: jüngeren Kindern Bescheid sagen. Gute-Nacht-Geschichte aufnehmen. Countdown starten.
  • 2 Wochen vorher: mit dem scheidenden Au-pair jeden Ablauf so detailliert aufschreiben, wie ein Kind ihn erlebt.
  • 1 Woche vorher: Abläufe, Kuscheltiere und wunde Punkte mit dem neuen Au-pair teilen.
  • Letzte Tage: ein geplanter Abschied ohne Zeitdruck, mit den Kindern. Briefe und Bilder austauschen.
  • Woche 1–3 mit dem neuen Au-pair: gleiche Abläufe, Eltern übernehmen die unbeliebten Regeln, keine Vergleiche, erste Abende mit einem Elternteil in der Nähe.
  • Nach etwa einem Monat: hinschauen, wie es jedem Kind geht, und Hilfe holen, wenn es schlechter statt besser wird.

Warum die Seite der Kinder einen eigenen Plan verdient

Gastfamilien stecken viel Arbeit in einen Au-pair-Wechsel: Suche, Visum, Übergabedokument, Zimmer. Diese Arbeit zählt. Aber im Zentrum des ganzen Arrangements stehen Kinder, die alle ein, zwei Jahre einen Menschen verlieren, den sie lieb hatten, und dann mit einer fremden Person neu anfangen sollen.

Kinder können das, und die meisten schaffen es erstaunlich gut, solange die Erwachsenen um sie herum den Verlust sichtbar machen, den Abschied echt und den Alltag unverändert lassen. Katrins zweiter Wechsel ein Jahr später begann mit einem Gespräch am Abendbrottisch, sechs Wochen vorher, und einem Nachmittag, an dem Sternenlampe, Lied und Tür aufgeschrieben wurden. Paul hat geweint, als Hanna ging. Dann hat er dem neuen Au-pair ganz genau gezeigt, wie Zubettgehen bei ihm funktioniert.

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