← Zurück zum Blog
☀️ Host Family Tips16 Min. Lesezeit

Au-pair + Sommerferien: So koordinierst du Betreuung, wenn das Ferienprogramm nur den halben Tag abdeckt

Au-pair + Sommerferien: So koordinierst du Betreuung, wenn das Ferienprogramm nur den halben Tag abdeckt

Mitte Mai hatte Familie Bauer drei Browser-Tabs dauerhaft offen: die Anmeldeseite des städtischen Ferienprogramms, die Warteliste für das Fußball-Camp und ein Google-Doc, das Stefan kommentarlos „Sommer 2026 — wer hat wann die Kinder??" genannt hatte. Die Jungs waren sechs und neun. Das Stadtferienprogramm lief von 8:00 bis 16:00 Uhr. Sandras Bürozeiten von 8:30 bis 17:30 Uhr. Das Au-pair, Ana, war seit Januar dabei und hatte sich längst als unverzichtbar bewiesen. In dem Moment aber, als Sandra die sechs Sommerferienwochen tatsächlich in einen Kalender eintrug, wuchsen die Lücken. In Woche drei gab es gar kein Ferienprogramm. Das Fußball-Camp endete um 15:00 Uhr, nicht um 16:00 Uhr. In der Urlaubswoche der Familie hatten die Jungs einen Sport-Workshop, zu dem Ana sie eigentlich fahren sollte — nur dass Ana mit in den Urlaub kommen sollte. Und Woche fünf? Woche fünf war einfach leer.

Was die Bauers gerade erkannten, ist die operative Realität von Sommerferien mit Au-pair. Das Schuljahr ist anstrengend, weil viel koordiniert werden muss, aber es hat einen Rhythmus — gleiche Bringzeit, gleiche Abholzeit, fünf Tage die Woche. Die Sommerferien sind schwieriger, weil jede Woche anders aussieht. Ferienbetreuungen laufen meist nur eine Woche und enden dann. Die Zeiten variieren je nach Anbieter. Ausflüge schieben die Abholung nach hinten. Mitten in den sechs Wochen tauchen Lücken auf, die niemand eingeplant hat. Und das Au-pair, das das Schuljahr im Autopilot getragen hat, braucht jetzt jeden Sonntag eine neue Einweisung.

Dieser Leitfaden ist für die Familie, die schon gemerkt hat, dass Sommerferien nicht aus dem Bauch heraus funktionieren. Du suchst nicht entweder ein Au-pair oder eine Ferienbetreuung — du versuchst, beides sechs Wochen lang zusammen zum Laufen zu bringen, ohne dass irgendwer am Donnerstag vergisst, welcher Junge wo ist.

🇩🇪 Dieser Leitfaden bezieht sich auf das deutsche System — sechs Wochen Sommerferien, kommunale Ferienprogramme (Stadtranderholung, Ferienpass), Sport-Camps und Sprachferien, meistens 8:00–16:00 Uhr mit optionaler Frühbetreuung. Au-pairs in Deutschland arbeiten maximal 30 Stunden/Woche. Die Koordinationslogik gilt aber überall, wo Ferienbetreuungs- und Arbeitszeiten nicht zueinander passen.

Warum die Sommerferien das Schuljahres-System sprengen

Der Schuljahres-Plan hat einen leisen Vorteil: Er ist jede Woche gleich. Dein Au-pair lernt die Routine im September und macht sie ab Oktober im Schlaf. Der Familienkalender braucht kaum Pflege — nur die seltene Woche mit Arzttermin oder halbem Schultag.

Sommerferien sind das Gegenteil. Jede Ferienwoche ist eine eigene Mini-Vereinbarung. Die Kinder sind vielleicht in drei verschiedenen Programmen. Eines endet um 15:00, eines um 16:30, eines mit Nachmittagsbetreuung bis 17:00. Die Woche danach ist die jüngere Tochter zu Hause beim Au-pair, während der ältere Sohn ans andere Ende der Stadt zum Sport-Camp gefahren werden muss.

Was sich konkret ändert

  • Die Wochen unterscheiden sich, nicht nur die Tage. Der 22. Juni sieht für die Siebenjährige völlig anders aus als der 6. Juli.
  • Bringen und Abholen wird komplexer. Zwei Kinder an einer Schule werden im Juli zwei Kinder an zwei verschiedenen Camp-Standorten.
  • Ferienzeiten passen selten zu Arbeitszeiten. Die meisten Programme laufen 8:00–16:00 Uhr oder 9:00–15:00 Uhr. Die meisten Eltern arbeiten länger.
  • Camp-freie Wochen passieren. Zwischen Ferienprogrammen, Familienurlaub und der Lücke vor Schulbeginn hat fast jeder Sommer 1–2 Wochen ohne organisierte Betreuung.
  • Das Au-pair hat auch ein Sommerleben. Sprachkurse enden, Freunde kommen zu Besuch, Reisen werden geplant. Sie wollen — und haben verdient — etwas Flexibilität.

Kernpunkt: Der Schuljahres-Ansatz „einmal planen, dann läuft es" überlebt den Sommer nicht. Plane ein, den Wochenrhythmus neu aufzubauen — und sag das deinem Au-pair vor dem 1. Juli, nicht in Woche zwei.

Schritt eins: Das Sommer-Gerüst im Mai aufstellen

Sechs Sommerferienwochen plant man nicht aus dem Bauch. Bis Mitte Mai brauchst du ein Gerüst, das vom letzten Schultag bis zum ersten Schultag im neuen Schuljahr läuft — mit einer Kategorie pro Woche.

Das Gerüst muss noch nicht detailliert sein. Es zeigt nur, was für eine Woche jede Woche wird.

Die vier Wochentypen

Jede Ferienwoche fällt in eine dieser vier Kategorien. Vergib das Etikett, bevor du irgendetwas buchst.

  1. Ferienprogramm-Woche (volle Abdeckung). Beide Kinder im Programm, die Zeiten decken den größten Teil des Arbeitstags ab. Au-pair übernimmt Bringen, Abholen und die Randzeiten.
  2. Teil-Abdeckungs-Woche. Ein Kind im Programm, das andere zu Hause beim Au-pair. Oder das Programm läuft nur vormittags. Oder es endet freitags früher.
  3. Camp-freie Woche. Kein Programm. Das Au-pair ist die komplette Lösung — oder ihr nehmt Urlaub.
  4. Familienurlaubs-Woche. Die Familie verreist. Entweder das Au-pair kommt mit (mit klaren Reise-Regeln) — oder das Au-pair hat eigene Urlaubstage.
WocheTypNotiz
Woche 1 (Mitte Juli)Teil-AbdeckungGroßer im Fußball-Camp 8–15; Kleine zu Hause beim Au-pair
Woche 2FerienprogrammBeide in der Stadtranderholung 8–16
Woche 3Camp-freiFamilienurlaub — Au-pair kommt mit
Woche 4FerienprogrammBeide im Kreativ-Camp 9–16
Woche 5Camp-freiNichts gebucht — Au-pair Vollzeit
Woche 6FerienprogrammVerschiedene Camps, zwei Standorte

Bau diese Tabelle für jede der sechs Wochen vom Schulschluss bis zum Schulanfang. Die leeren Zellen sind genau die Gespräche, die du jetzt führen musst — mit deinem Partner, mit deinem Au-pair und mit dem Familienbudget.

Das Gerüst ist der am meisten unterschätzte Schritt. Die meisten Familien melden Kinder einzeln zu Programmen an und merken erst Ende Mai, dass die Wochen nicht zusammenpassen. Bis dahin sind die guten Camps voll und die übrig gebliebenen Optionen passen nicht zu den Arbeitszeiten.

Schritt zwei: Programmzeiten gegen Arbeitszeiten legen

Sobald das Gerüst steht, trag die echten Uhrzeiten in jede Ferienprogramm-Woche ein. Hier werden die Lücken sichtbar.

Die versteckten Lücken

Viele berufstätige Eltern gehen davon aus, dass Ferienbetreuung „wie Schule" funktioniert. Tut sie nicht. Im Schuljahr läuft die Abdeckung oft von 7:30 Uhr (mit Frühbetreuung) bis 17:00 Uhr (mit Hort oder Ganztagsbetreuung). Stadtferienprogramme laufen meistens 8:00–16:00 Uhr oder 9:00–16:00 Uhr. Das sind eine bis zwei Stunden Lücke an jedem Ende des Arbeitstags.

Typische Lücken-Muster:

  • Morgendliche Lücke: Das Programm startet erst um 9:00 Uhr, aber du musst um 8:30 im Büro sein. Das Au-pair macht Frühstück, bringt die Kinder und kommt zurück nach Hause für den eigenen Morgen.
  • Nachmittags-Lücke: Das Programm endet um 16:00 Uhr, du bist erst um 18:00 zu Hause. Das Au-pair holt ab, gibt Snack, deckt den größten unstrukturierten Block des Sommers ab.
  • Mehrfach-Abhol-Lücke: Zwei Kinder, zwei Camps, unterschiedliche Endzeiten. Das Au-pair macht eine 15:00-Abholung und eine 16:00-Abholung. Plant die Route vorher — nicht um 14:55.
  • Mittags-Lücke: Halbtägige Programme enden um 12:00 Uhr. Wenn keine Ganztagsoption gebucht ist, hat das Au-pair die Kinder ab Mittag zu Hause.

Kernpunkt: Programmzeiten und Arbeitszeiten passen fast nie zusammen. Das Au-pair bringt nicht nur die Kinder zum Camp — es deckt die Morgen- und Nachmittagslücke ab und alles dazwischen. Plane die Lücken bewusst, nicht als nachträglichen Gedanken.

Den Tagesablauf aufbauen

Für jede Ferienprogramm-Woche sieht die Tagesstruktur typischerweise so aus:

  • 7:30–8:30 — Frühstück, Sonnencreme, Trinkflasche, Tasche packen. Au-pair im Dienst.
  • 8:30–9:00 — Bring-Runde. Au-pair fährt beide Kinder (oder teilt sich mit einem Elternteil).
  • 9:00–15:30 — Au-pair dienstfrei oder übernimmt die jüngere Tochter zu Hause. In diesem Block laufen Sprachkurs, Erledigungen, eigene Zeit.
  • 15:30–16:30 — Abhol-Fenster. Au-pair übernimmt beide Camps, wenn die Standorte sinnvoll liegen.
  • 16:30–18:00 — Nachmittagsschicht: Snack, Schwimmbad, Pause, freies Spiel. Der größte unstrukturierte Block.
  • 18:00–19:00 — Abendessen vorbereiten, Übergabe an die Eltern.

Ein gemeinsamer Zeitplan macht die Tagesstruktur konkret. Ohne ihn fallen beide Seiten in den „Wir sehen schon"-Modus — was bis zu dem Mittwoch funktioniert, an dem niemand weiß, wer um 15:00 Uhr die Abholung übernimmt.

Schritt drei: Camp-freie Wochen ehrlich planen

Jeder deutsche Sommer hat mindestens eine, oft zwei Wochen ohne Programm. Diese Wochen sprengen Familienpläne, weil niemand sie plant, bis sie da sind.

Es gibt eigentlich nur drei ehrliche Strategien. Wähl eine pro Lücke und committe dich.

Strategie A: Das Au-pair übernimmt die ganze Woche

Das ist die saubere Option, aber eine harte Woche fürs Au-pair. Ganztagsbetreuung, fünf Tage in Folge, ohne Programmstruktur. Funktioniert am besten, wenn:

  • Das Au-pair seit mindestens drei Monaten bei euch ist und die Kinder gut kennt.
  • Die Kinder alt genug sind, einen unstrukturierten Tag mitzutragen (typisch ab 5–6 Jahren).
  • Du einen echten Wochenplan baust — Schwimmbad-Tage, Park, Bibliothek, Verabredungen — statt „mal schauen".
  • Die 30-Stunden-Wochengrenze für Au-pairs in Deutschland nicht überschritten wird.

Wichtig: Plane den Ausgleich für das Au-pair gleich mit. Eine camp-freie Woche ist schwerer als eine Programm-Woche, also sollte direkt danach keine weitere schwere Woche folgen. Schenkt dem Au-pair das Wochenende und idealerweise den folgenden Montagmorgen.

Strategie B: Ein Elternteil nimmt die Woche frei

Manchmal ist das die richtige Lösung. Vor allem bei:

  • Der Woche direkt vor Schulbeginn — die Übergangswoche, in der eh niemand mehr Energie für volles Programm hat.
  • Der ersten Sommerferienwoche, wenn die Kinder noch im Schulmodus sind und langsam runterfahren sollen.
  • Der Woche zwischen Familienurlaub und Schulanfang.

Das Au-pair hat eine leichtere Woche, die Familie hat konzentrierte Zeit zusammen, und niemand schleppt sich durch eine schwierige Vollzeit-Betreuung.

Strategie C: Notfall-Netzwerk

Die dritte Option: Großeltern, eine bezahlte Babysitterin für ausgewählte Tage oder ein Tausch mit befreundeten Familien („Du nimmst meine am Dienstag, ich nehme deine am Donnerstag"). Das musst du im Mai planen, nicht im Juli — alle anderen Familien deiner Stadt fragen dasselbe Netzwerk an.

Eine camp-freie Woche ist keine „mehr Au-pair-Zeit". Sie ist eine strukturell andere Woche, die einen eigenen Plan braucht. Ohne Plan endet sie damit, dass alle unzufrieden sind: die Kinder gelangweilt, das Au-pair erschöpft, die Eltern schreiben WhatsApp aus dem Büro.

Schritt vier: Den Plan so weitergeben, dass das Au-pair ihn auch nutzen kann

Ein Sommerplan, der nur in deinem Kopf existiert, ist kein Plan. Das Au-pair braucht den Wochenablauf in einer Form, die es montagmorgens nachschauen kann, ohne dich zu fragen.

Was das Au-pair schriftlich braucht

  • Den Wochenplan. Jede Woche im gemeinsamen Kalender, mit Bring- und Abholzeiten, Adressen und der zuständigen Person.
  • Camp-Adressen, Telefonnummern und Notfallnummern. Nicht die allgemeine Hotline — die echte Büronummer, die das Au-pair anrufen würde, wenn der Große um 11:00 Uhr einen Heultag hat.
  • Was jedes Kind in der Tasche braucht. Trinkflasche, Mittagessen, Badesachen mittwochs, Sonnencreme. Das ändert sich von Woche zu Woche und von Camp zu Camp.
  • Den Nachmittagsplan. „Dienstag Schwimmbad, Donnerstag Bibliothek" schlägt „mach was Schönes". Leere Nachmittage werden Bildschirmzeit, Bildschirmzeit wird die SMS, die mit „Warum sitzt sie schon wieder…" anfängt.
  • Abweichungen vom Wochenstandard. Mittwoch Ausflug — Abholung am Treffpunkt, nicht am Camp. Halber Freitag — Abholung um 12:00.

Kernpunkt: Die Sommer-Wirksamkeit des Au-pairs ist exakt proportional zur Klarheit der Dokumentation. Sonntagabends-Briefings nach dem Schema „naja und Donnerstag glaube ich…" überleben die Woche nicht.

Den Kalender richtig nutzen

Genau für diese Art von Multi-Kind-, Multi-Standort-, Woche-für-Woche-Plan lohnt sich ein echtes Tool. Ein gemeinsamer Familienkalender, in dem jeder Termin Ort, verantwortliche Person und Mitbring-Notizen hat, ist der Unterschied zwischen einem koordinierten Sommer und der WhatsApp-Thread-Methode, die spätestens Mittwoch Infos verliert.

Wenn du jeden Camp-Termin mit dem zuständigen Erwachsenen markierst („Ana: Abholung Sport-Camp 15:30"), wird die Tageslogistik auf einen Blick lesbar — und die „Moment, hole ich die jetzt ab?"-SMS um 15:30 verschwinden.

Schritt fünf: Die Abhol-Logistik, an der jede Familie stolpert

Abholungen sind die Stelle, an der Sommerferien auseinanderfallen. Schul-Abholung ist ein Ort, eine Uhrzeit, fünf Tage. Sommer-Abholung ist was auch immer das Camp diese Woche entschieden hat.

Die Abhol-Stolperfallen

  • Abhol-Berechtigung schriftlich. Die meisten Camps verlangen eine Liste der berechtigten Personen. Wenn das Au-pair nicht draufsteht, wird es abgewiesen — auch mit Kinderfoto als „Beweis". Trag das Au-pair bei jeder Anmeldung mit ein.
  • Ausweis dabei. Viele Camps kontrollieren in der ersten Woche täglich. Das Au-pair muss wissen, dass es seinen Ausweis braucht.
  • Abhol-Fenster. Manche Camps haben ein 15-Minuten-Abholfenster. Komm um 15:20 für eine 15:00-Abholung und du bekommst eine Verspätungsgebühr. Andere rechnen ab 17:00 pro angefangener Viertelstunde.
  • Geschwister mit verschiedenen Endzeiten. Wenn Camp A um 15:00 und Camp B um 16:00 endet, fährt das Au-pair zweimal — außer Camp A bietet 30-Minuten-„Warten" an. Vorher fragen.
  • Ausflugstage. Camps haben oft Tage mit Ausflügen außerhalb. Der Abholort wechselt für einen Tag. Genau dieser Punkt geht in der Sommer-Logistik am häufigsten unter.

Praktischer Fix: Setz dich jeden Sonntagabend kurz mit dem Au-pair zusammen und geht die Abhol-Karte der Woche durch. Fünf Minuten, jeden Sonntag. Die Investition zahlt sich beim ersten Ausflugstag aus.

Schritt sechs: Die Sommer-Aufgaben in die Aufgabenliste eintragen

Sommer ändert das tägliche Aufgabenmuster mehr, als die meisten Familien glauben. Die Schuljahres-Aufgabenliste — Schulranzen-Check, Hausaufgabenbegleitung, Schulbrot — wird durch ein komplett anderes Sommer-Set ersetzt.

Sommer-spezifische wiederkehrende Aufgaben

  • Sonnencreme- und Mückenschutz-Check beim Bringen. Täglich. Manche Camps verlangen es vor dem Eintritt.
  • Trinkflasche und Lunchpaket auffrischen. Täglich. Im Sommer wird das Essen heiß.
  • Badesachen und Handtuch an Schwimmtagen einpacken. Wöchentliches Muster, meist 2–3 Tage.
  • Camp-Wäsche. Camp-Dreck ist real. Mindestens zweimal die Woche.
  • Trinken überwachen am Nachmittag. Hitzeerschöpfung ist der häufigste Sommer-Kindernotfall.
  • Post-Camp-Snack und Duschen-Routine. Nicht optional — Kinder kommen dreckig und ausgehungert nach Hause.

Eine Aufgabenliste muss zum Sommer komplett zurückgesetzt werden. Was von September bis Juli funktioniert hat, ist im Juli falsch. Setz dich am ersten Sonntag der Sommerferien mit dem Au-pair zusammen und baut die Liste neu auf.

Hier lohnt sich auch ein Sommer-Update des Kinderprofils. Sonnencreme-Marke, Allergien, Wasser-Sicherheitsregeln, Hitze-Warnzeichen, Schwimm-Level der Kleinen — nichts davon spielt im Februar eine Rolle. Alles davon spielt im Juli eine Rolle.

Eine Beispielwoche, die wirklich funktioniert

So sieht eine machbare Sommerwoche in der Praxis aus. Zwei Kinder, zwei berufstätige Eltern, ein Au-pair, eine Woche mit beiden Kindern im selben Stadtferienprogramm 8:00–16:00 Uhr.

UhrzeitMontag–FreitagWer
7:00Frühstück, Sonnencreme, Tasche packenAu-pair + Elternteil
7:45Elternteil fährt zur ArbeitElternteil
7:45Au-pair fährt beide Kinder zum CampAu-pair
8:00–15:30Au-pair dienstfrei (Sprachkurs Mo/Mi, eigene Zeit)
15:30Abholung im CampAu-pair
16:00–18:00Snack, Schwimmbad oder Park, PauseAu-pair
18:00–19:00Abendessen vorbereiten, Kinder duschenAu-pair
19:00Elternteil zu Hause, ÜbergabeElternteil

Das sind etwa 5,5–6,5 Arbeitsstunden fürs Au-pair an einem Programmtag — gut innerhalb der 30-Stunden-Wochengrenze und mit echter Freizeit während des Arbeitstags. Eine camp-freie Woche mit denselben Kindern und demselben Au-pair läuft eher bei 8–9 Stunden/Tag — deshalb müssen diese Wochen so geplant sein, dass danach echte Erholung kommt.

Kernpunkt: Eine Programm-Woche ist leichter als eine Schulwoche fürs Au-pair. Eine camp-freie Woche ist deutlich schwerer. Der Sommerplan muss die Last verteilen — und nicht drei camp-freie Wochen hintereinander stapeln.

Die Fehler, die Familien jeden Juni machen

Manche Muster sind vorhersehbar genug, um sie vorab zu markieren.

  1. Kinder für verschiedene Wochen anmelden statt für dieselbe. Zwei Kinder in unterschiedlichen Wochen bedeuten zwei Wochen Sonderlogistik. Bucht parallel, wo es geht.
  2. Das günstigste Programm wählen, ohne die Zeiten zu prüfen. Ein 50 € günstigeres Camp, das um 14:00 endet, kostet mehr in Lückenabdeckung als die 50 €, die gespart wurden.
  3. Den Ausflugstag übersehen. Steht in der Begrüßungsmappe. Lies die Begrüßungsmappe.
  4. Den Familienurlaub in derselben Woche wie ein nicht erstattbares Camp buchen. Erstattungsregeln vor der Flugbuchung lesen.
  5. Das Au-pair nicht in die Abhol-Liste eintragen. Eine Fünf-Minuten-Aufgabe, die am ersten Tag zur Krise wird.
  6. Das Au-pair behandeln wie im Schuljahr — gleiche Stunden, gleiche Energie, kein Reset. Sommer ist strukturell anders. Plan ihn auch so, inklusive häufigerer Check-ins und einer aktualisierten wöchentlichen Besprechung.
  7. Annehmen, „das Au-pair regelt das schon". Vielleicht — aber zum Preis von Verwirrung, verpassten Abholungen und schleichendem Vertrauensverlust. Das müssen sie nicht.

Die praktische Sommer-Koordinations-Checkliste

Arbeite das im Mai durch, am besten bis zur dritten Maiwoche:

  1. Wochen-Gerüst erstellen (jede der sechs Sommerferienwochen kategorisieren plus Übergangswoche zum Schulanfang).
  2. Programme buchen, mit Priorität auf überlappende Wochen für Geschwister.
  3. Programmzeiten gegen Arbeitszeiten legen — alle Lücken identifizieren.
  4. Jede camp-freie Woche explizit planen (Au-pair vollzeit, Elternteil frei, Notfallnetzwerk — eines wählen).
  5. Das Au-pair zu jeder Abhol-Berechtigung hinzufügen.
  6. Camp-Adressen, Telefonnummern und Notfallkontakte an einem Ort dokumentieren, auf den das Au-pair Zugriff hat.
  7. Die Aufgabenliste auf Sommer-Muster zurücksetzen (Sonnencreme, Trinken, Wäschefrequenz, Post-Camp-Routine).
  8. Das Kinderprofil aktualisieren (Schwimm-Levels, Sonnencreme-Marke, Allergien im Outdoor-Kontext).
  9. Sonntags-Check-ins für die ganzen Ferien als 15-Minuten-Kalender-Blocker eintragen — die nicht benötigten überspringst du dann.
  10. Die Urlaubstage des Au-pairs um die schweren Wochen herum planen, nicht danach.

Das große Bild

Der Grund, warum die Sommerferien schwierig sind, ist nicht, dass weniger Struktur da ist — sondern dass andere Struktur da ist, und fast niemand reicht dir eine Anleitung dafür. Das Schuljahr läuft auf Schwung. Der Sommer braucht Absicht.

Wenn du die Planung machst, werden die Sommerferien mit Au-pair zu einem der besten Abschnitte des Jahres. Schwimmbadnachmittage. Lange Abende draußen. Kinder, die wirklich ausgeruht sind, statt vom Schuljahr ausgelaugt. Ein Au-pair, das Pause vom Hausaufgaben- und Abhol-Stress hat und die Teile von Kinderbetreuung machen darf, die nichts mit Schulranzen zu tun haben. Eine Familie, die für ein paar Wochen wirklich zusammen ist, statt parallele Leben zu führen.

Was Sommerferien zum Laufen bringt, ist nicht das bessere Camp oder mehr Au-pair-Stunden. Es ist der Woche-für-Woche-Kalender, der Plan für die camp-freie Woche, die Abhol-Liste mit dem Au-pair drauf und das Sonntags-Gespräch, in dem ihr beide die Woche durchgeht, bevor sie startet.

Sandra hat am Ende drei Wochen Stadtranderholung gebucht, eine Woche Fußball-Camp, eine camp-freie Woche, in der sie selbst Urlaub nahm, und eine Woche, in der die Familie mit Ana in den Urlaub fuhr. Sie hat jede Camp-Adresse in den gemeinsamen Kalender eingetragen, Ana zu jeder Abhol-Liste hinzugefügt und einen 7:00–19:00-Tag um einen 8:00–16:00-Camp-Plan herum gebaut — mit echter Pause für Ana und einer strukturierten, aber nicht überfrachteten Sommerzeit für die Kinder. Die fünfte Woche — die mit der Lücke — wurde zu Anas Urlaubswoche, und Sandras Mutter sprang ein. Niemand war donnerstags durcheinander.

Planst du Sommerferien mit Au-pair und einem Flickenteppich aus Ferienprogrammen? Lade AuPairSync und behalte jede Abholung, Adresse und wöchentliche Übergabe in einem gemeinsamen Kalender, mit dem dein Au-pair tatsächlich arbeiten kann.

Bereit, deinen Au-Pair-Alltag zu vereinfachen?

Aufgaben, Kalender, Nachrichten und mehr — alles in einer App.

Download on the App Store

Bereit, die Au-pair-Koordination zu vereinfachen?

AuPairSync bringt Zeitpläne, Nachrichten und Infos zu den Kindern an einen Ort.

AuPairSync kostenlos testen