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💶 Au Pair Management6 Min. Lesezeit

Au-pair-Taschengeld: Was die 280 € abdecken

Als Au-pair in Deutschland bekommst du 280 € im Monat, und dieser Betrag bewegt sich nicht mit deinen Stunden. Zimmer und Verpflegung sind kostenlos, die Gastfamilie zahlt deine Kranken- und Unfallversicherung, und sie beteiligt sich mit mindestens 840 € am Deutschkurs. Taschengeld ist dein eigenes Geld. Was du für die Familie kaufst, soll nicht davon abgehen.

Alle Zahlen hier stammen aus dem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit (April 2023), an dem sich Agentur und Ausländerbehörden orientieren. Prüfe im verlinkten Merkblatt, ob es inzwischen eine neuere Ausgabe gibt, bevor du etwas unterschreibst.

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Was die 280 € sind und was nicht

Das Merkblatt ist da eindeutig: 280 € im Monat, unabhängig von der Dauer der Hausarbeitszeit. Daraus folgen zwei praktische Dinge.

Eine ruhige Woche kürzt nichts. Sind die Kinder bei den Großeltern und du arbeitest kaum, bleibt der Betrag gleich.

Eine volle Woche erhöht ihn aber auch nicht. Das klingt unfair, bis man sieht, womit es gepaart ist: höchstens sechs Stunden am Tag und 30 Stunden in der Woche, mindestens 1,5 volle freie Tage, vier freie Abende und mindestens ein freier Sonntag im Monat. Der Betrag ist fest, weil die Stunden gedeckelt sind. Wenn die Stunden nicht mehr gedeckelt sind, ist nicht das Geld das Problem, sondern die Woche.

Ein Au-pair-Verhältnis unterliegt nicht der Sozialversicherungspflicht, und alle Beiträge für Krankheit, Schwangerschaft und Unfall trägt die Gastfamilie.

Was die Gastfamilie zusätzlich zahlt

Genau hier verschwimmt es im Alltag, meist aus Versehen. Deine 280 € sind für dein Leben. Das hier sind Kosten der Familie:

Dein eigenes Zimmer in der Wohnung und die Verpflegung, kostenlos.

Deine Kranken- und Unfallversicherung, vollständig.

Mindestens 840 € für den Spracherwerb über den ganzen Aufenthalt, als 70 € im Monat oder einmalig, und nur soweit die Kosten tatsächlich anfallen. Belege aufheben. Die Fahrtkosten zum nächstgelegenen geeigneten Deutschkurs kommen zusätzlich dazu.

Alles, was für Haushalt oder Kinder gekauft wird: der Einkauf auf dem Heimweg, Kleber und Pappe für das Schulprojekt, der Eintritt im Schwimmbad, Sprit, wenn du die Kinder fährst. Nichts davon finanzierst du.

Klärt das Alltagsgeld im ersten Monat

Fast kein Au-pair zerstreitet sich mit der Gastfamilie über die 280 €. Gestritten wird über Milch und Brot, dreimal auf dem Heimweg gekauft, von niemandem notiert.

Einigt euch in den ersten Wochen auf ein System und bleibt dabei:

  • Eine Haushaltskarte oder eine Bargeldkasse für Familieneinkäufe, damit dein Geld gar nicht erst im Spiel ist.
  • Oder Belege an einem Ort sammeln und an einem festen Tag im Monat abrechnen.

Was immer ihr wählt: Nennt den Tag. „Ich überweise dir das" ohne Datum ist der Grund, warum am Monatsende beide Seiten raten.

Zwei Graubereiche solltet ihr laut aussprechen, weil sie in fast jeder Familie auftauchen: Kaffee oder Mittagessen unterwegs mit den Kindern (Familienausflug oder privat?) und das Deutschlandticket, das 63 € im Monat kostet und bundesweit im Nah- und Regionalverkehr gilt (Bundesregierung). Manche Familien zahlen es ganz, manche teilen, manche gar nicht. Alle drei Varianten sind üblich. Unangenehm wird es nur, wenn ihr in Monat vier immer noch nicht wisst, in welcher ihr seid.

Rechne nach, was dein Monat ergibt

Der Taschengeldrechner stellt den Monat für Deutschland zusammen: die 280 €, den Kursanteil und die Fahrtkosten zum Kurs. So siehst du, was ankommen sollte und was erstattet gehört. Nimm das Ergebnis mit ins Gespräch statt einer ungefähren Erinnerung an das Bewerbungsgespräch.

Fühlt sich eher die Arbeitszeit falsch an als das Geld, ist der Arbeitszeit-Check das passendere Werkzeug. Trag deine echte Woche ein, und er zeigt dir, welche Tage über sechs Stunden und welche Wochen über 30 Stunden gehen.

Wie du es ansprichst, wenn Geld fehlt oder zu spät kommt

Klein halten und sachlich bleiben. Drei Sätze, in einem ruhigen Moment, nicht um 7:40 Uhr im Flur:

„Das Taschengeld für September ist noch nicht da. Können wir einen festen Tag festlegen? Der Erste würde mir passen."

Bei Erstattungen bringst du die Liste mit, nicht das Gefühl. Eine kurze Notiz mit Datum und Betrag klärt in fünf Minuten, was Raten eine Woche lang hinzieht. Fährst du die Kinder mit dem Auto, klärt Sprit und Versicherung im selben Gespräch. Die Regeln fürs Autofahren vereinbart man besser vor der ersten langen Fahrt.

Passiert es immer wieder, ist es kein Verwaltungsproblem mehr. Schreib auf, was wann gezahlt wurde, und nutze es: Agenturen und Behörden arbeiten mit Daten und Beträgen.

Vier Wochen Urlaub, ebenfalls bezahlt

Urlaub ist auch Geld. Bei einem vollen Jahr in der Familie stehen dir vier Wochen bezahlter Erholungsurlaub zu, bei kürzerem Aufenthalt zwei Werktage je vollem Monat. Bezahlt heißt: Die 280 € laufen weiter, während du weg bist.

Was du bereits erworben hast, rechnet der Urlaubsrechner aus. Frag früh, wenn du eine bestimmte Woche willst, solange die Pläne der Familie noch offen sind. Wie Urlaub und Freizeit sonst geregelt sind, steht im Freizeit- und Urlaubs-Ratgeber.

Häufige Fragen

Wie viel Taschengeld bekommt ein Au-pair in Deutschland?

280 Euro im Monat, unabhängig von der Dauer der Hausarbeitszeit. Unterkunft und Verpflegung stellt die Gastfamilie zusätzlich kostenlos. Die Zahl stammt aus dem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit in der Ausgabe April 2023.

Ist Taschengeld ein Gehalt?

Nein. Es ist ein fester Monatsbetrag, der sich nicht mit deinen Stunden ändert, und ein Au-pair-Verhältnis unterliegt in Deutschland nicht der Sozialversicherungspflicht. Die Beiträge für Kranken- und Unfallversicherung trägt stattdessen die Gastfamilie.

Muss ich meinen Deutschkurs vom Taschengeld zahlen?

Nein. Die Gastfamilie beteiligt sich mit mindestens 840 Euro insgesamt am Spracherwerb, entweder mit 70 Euro im Monat oder einmalig, und nur soweit die Kosten tatsächlich anfallen. Die Fahrtkosten zum nächstgelegenen geeigneten Kurs kommen dazu.

Wer zahlt, was ich für die Kinder kaufe?

Die Gastfamilie. Taschengeld ist dein eigenes Geld für dein eigenes Leben. Einkäufe für den Haushalt, Bastelmaterial, Eintritte bei Familienausflügen und Sprit für den Schulweg sind Familienausgaben, also klärt früh, wie du das Geld zurückbekommst.

Ändert sich mein Taschengeld, wenn ich mehr als 30 Stunden arbeite?

Nein, es bleibt bei 280 Euro im Monat. Mehr als sechs Stunden am Tag oder 30 Stunden in der Woche müssen vorher abgesprochen sein, und diese Stunden bekommst du als Freizeit zurück. Was du also mitschreibst, sind deine Stunden und nicht dein Kontostand.

Jede Zahl von oben steht mit ihrer amtlichen Quelle daneben im Au-pair-Ratgeber für Deutschland.


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