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🔦 Host Family Tips16 Min. Lesezeit

Notfallplan fürs Au-pair: Unwetter, Stromausfall, kein Netz

Notfallplan fürs Au-pair: Unwetter, Stromausfall, kein Netz

Anna Meier hatte alles richtig gemacht, dachte sie jedenfalls. Bevor Lucía aus Valencia kam, hatte sie die Kontaktliste ausgedruckt, ihr den Medikamentenschrank gezeigt und die Nummer der Kinderärztin in ihr Handy gespeichert. Was Anna nie aufgeschrieben hatte, war ein Notfallplan fürs Au-pair für den Tag, an dem im ganzen Haus nichts mehr funktioniert.

Dieser Tag kam an einem Donnerstag Ende September. Ein Sturmtief zog schneller über Hessen als angekündigt. Anna hatte Spätdienst in der Klinik und konnte nicht weg, ihr Mann Thomas saß in einem ICE fest, der wegen umgestürzter Bäume auf offener Strecke stand, und um 16:40 Uhr fiel der Strom aus. Beide Kinder waren zu Hause.

Um 18 Uhr hatte Lucías Handy noch 18 Prozent. Anrufe bei Anna kamen nicht durch, WhatsApp zeigte nur einen grauen Haken. Im Keller lief Wasser durch den Lichtschacht. Ein Nachbar klingelte und erzählte, die Feuerwehr empfehle den Leuten in der unteren Straße, zur Turnhalle der Grundschule zu gehen. Lucía wusste nicht, ob das auch für sie galt, ob sie mit den Kindern einfach losgehen durfte, ohne zu fragen, oder ob sie warten sollte, bis jemand abnimmt.

Sie wartete. Zwei Stunden lang, im Dunkeln, mit einem Sechsjährigen, der fragte, wann das Licht wiederkommt.

Am Ende ist nichts passiert. Aber Lucía saß nicht fest, weil ihr Mut oder gesunder Menschenverstand fehlten. Sie saß fest, weil jeder Plan in diesem Haus stillschweigend davon ausging, dass ein Elternteil in der Küche steht, wenn etwas schiefgeht.

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Warum „Sie hat ja meine Nummer" kein Notfallplan ist

Die meisten Gastfamilien bereiten sich auf genau ein Szenario vor: Es passiert etwas, das Au-pair ruft an, du sagst, was zu tun ist. Bei einem aufgeschlagenen Knie oder einem verpassten Bus klappt das. Es scheitert aber genau dann, wenn es am wichtigsten wäre. Denn Unwetter, Stromausfälle und Waldbrände legen genau das lahm, worauf dieses Modell baut: den Anruf.

Wenn ein Unwetter über eine Region zieht, passieren meist drei Dinge gleichzeitig. Das Mobilfunknetz ist überlastet, weil alle alle anrufen. Straßen und Bahnstrecken sind gesperrt, und der Elternteil, der „20 Minuten entfernt" ist, braucht plötzlich zwei Stunden. Und das Au-pair, oft im ersten Jahr im Land, hat keine Erfahrung damit, wie schlimm solches Wetter hier werden kann.

Kernpunkt: Ein Notfallplan für eine Betreuungsperson muss davon ausgehen, dass du nicht erreichbar bist. Wenn er nur funktioniert, solange du ans Telefon gehst, ist er eine Kontaktliste, kein Plan.

Was dieser Artikel abdeckt und was nicht

Hier geht es um Notfälle im Haushalt: Unwetter, Strom- und Internetausfall, Evakuierung, Schulschließungen und Alarm an der Schule, und darum, dass ihr euch nicht erreicht. Den medizinischen Teil lassen wir bewusst weg. Notrufnummern, Erste Hilfe und was nach einem Sturz oder einer allergischen Reaktion zu tun ist, stehen ausführlich in unserem englischsprachigen Leitfaden zur Notfallvorbereitung für Au-pairs. Erstelle zuerst diese Kontaktliste. Der Plan hier baut darauf auf.

Mit welchen Notfällen dein Au-pair wirklich rechnen muss

Welcher Plan der richtige ist, hängt stark davon ab, wo ihr wohnt. Ein Au-pair aus Madrid hat vielleicht noch nie eine Unwetterwarnung der höchsten Stufe erlebt. Eines aus Manila weiß womöglich mehr über Taifune als du, aber nichts über Glatteis. Fang damit an, ehrlich auf eure örtlichen Risiken zu schauen.

Regionale Risiken im Überblick

RegionWahrscheinlichster Notfall im HaushaltTypische Jahreszeit
DeutschlandGewitter mit Starkregen und Sturzfluten, SturmtiefsGewitter im Sommer, Stürme im Herbst und Winter
Deutschland, FlusstälerHochwasser, vollgelaufene KellerFrühjahr und nach Dauerregen
USA, Südosten und GolfküsteHurrikans, Überschwemmungen, tagelanger StromausfallJuni bis November, Höhepunkt um den 10. September
USA, WestenWaldbrände, Rauchtage, geplante StromabschaltungenSommer bis Spätherbst
USA, Mittlerer WestenTornados, Eisstürme, SchneestürmeFrühjahr für Tornados, Winter für Eis

Länderspezifischer Abschnitt. Warnsysteme und Notrufnummern unterscheiden sich je nach Land. Die Tabelle zeigt Deutschland und die USA.

Deutschland 🇩🇪USA 🇺🇸
Notruf112 (Feuerwehr und Rettungsdienst), 110 (Polizei)911
Offizielle Warnung aufs HandyCell Broadcast, standardmäßig aktivWireless Emergency Alerts, standardmäßig aktiv
Warn-AppNINA (Warn-App des Bundes)FEMA-App und die Warnliste des Countys
WetterdienstDeutscher Wetterdienst, App WarnWetterNational Weather Service

Setz dich in der ersten Woche mit deinem Au-pair zusammen und installiert die Warn-App auf seinem Handy, in einer Sprache, die es versteht. NINA lässt sich auf Englisch stellen, und du kannst dort euren Wohnort als festen Ort hinterlegen.

Der schriftliche Plan: fünf Dinge, die nicht nur in deinem Kopf stehen dürfen

Der Kern des Plans ist kurz. Er sollte auf eine Vorder- und Rückseite passen, und dein Au-pair sollte jeden Teil davon in unter einer Minute finden. Das gehört hinein.

1. Wo die Absperrungen sind

Wenn Wasser durch die Decke kommt, will niemand erst lernen, wo der Hauptwasserhahn ist. Geh mit deinem Au-pair zu jeder dieser Stellen und leg von jeder ein Foto in den Plan:

  • Hauptwasserhahn: wo er ist, in welche Richtung er zugedreht wird und ob man Werkzeug braucht.
  • Sicherungskasten: wie man eine herausgesprungene Sicherung wieder einschaltet und welche Sicherung zum Kühlschrank gehört.
  • Gas: wo der Zähler ist, aber mit einer klaren Regel. Riecht es nach Gas, verlässt sie mit den Kindern das Haus, betätigt keine Lichtschalter und ruft von draußen an. Das Gas abzustellen ist deine Aufgabe oder die des Versorgers, nicht ihre.
  • Hebeanlage oder Kellerpumpe: falls vorhanden, wie es sich anhört, wenn sie ausfällt.
  • Garagentor-Notentriegelung: Ohne Strom gehen viele elektrische Tore nicht auf. Steht das Auto drin, ist das wichtig.

2. Die Treffpunkte

Ein Treffpunkt ist der Ort, an den alle gehen, wenn niemand zu Hause bleiben kann und ihr euch nicht erreicht. Ihr braucht zwei, und dein Au-pair sollte beide schon einmal selbst besucht haben.

  • In der Nähe: fußläufig, zum Beispiel bei Nachbarn oder an der Ecke vor der Schule.
  • Außerhalb des Viertels: ein sicherer Ort, falls die ganze Gegend weg muss, etwa bei Freunden in höherer Lage.

Wohnt ihr an einem Fluss oder in einem Überschwemmungsgebiet, schau auf der Hochwassergefahrenkarte eures Bundeslands nach, wie gefährdet eure Adresse ist, und schreib die Antwort in den Plan. In den USA werden Evakuierungen nach Zonen angekündigt, dort gehört der Name eurer Zone auf den Zettel.

3. Die Kontaktperson außerhalb der Region

Diesen Teil lassen fast alle Familien weg, und genau er hätte Lucía am meisten geholfen. Wählt eine Person, die weit weg wohnt, in einem anderen Bundesland oder sogar im Ausland, und macht sie zur zentralen Anlaufstelle der Familie.

Wenn das Netz vor Ort überlastet ist, kommen Anrufe und SMS an eine weit entfernte Nummer oft eher durch als an eine Nummer in derselben Stadt. Alle in der Familie, auch das Au-pair, vereinbaren: Wenn wir uns gegenseitig nicht erreichen, sagen wir dieser Person, wo wir sind und was wir tun. Sie wird zur Telefonzentrale.

  • Wähle jemanden Zuverlässigen: Großeltern, Geschwister, gute Freunde.
  • Sag dieser Person, dass sie die Aufgabe hat: Sie sollte wissen, was zu tun ist, wenn ihr ein Au-pair schreibt, das sie nie getroffen hat.
  • Speichere die Nummer in jedem Handy, auch in denen der Kinder, falls sie eins haben.

4. Die Vorräte und wo sie liegen

Notgepäck und Notvorrat müssen nicht aufwendig sein. Sie müssen da sein, und dein Au-pair muss wissen, wo sie liegen, ohne zu fragen.

  • Licht: Taschenlampen mit Batterien, eine Akku-Laterne. Kerzen sind mit kleinen Kindern eine Brandgefahr.
  • Strom: eine geladene Powerbank pro Erwachsenem und ein Ladekabel fürs Auto.
  • Wasser und Essen: Trinkwasser für mindestens drei Tage und Lebensmittel, die man nicht kochen muss.
  • Radio: ein Batterie- oder Kurbelradio für offizielle Durchsagen, wenn das Internet weg ist.
  • Für die Kinder: Windeln, Wechselkleidung, Kuscheltiere, die Abendroutine auf Papier.
  • Dokumente: Kopien von Ausweisen und Versicherungsdaten, auch die des Au-pairs.

Medikamente, die kühl bleiben müssen oder die ein Kind nicht auslassen darf, bekommen eine eigene Zeile im Plan. Wie du das dokumentierst, steht in unserem Artikel über Allergien, Medikamente und den Notfallplan.

5. Die Eskalationsregel

Das ist der wichtigste Satz im ganzen Dokument, also schreib ihn fett ganz nach oben: Zuerst die 112 anrufen, danach uns Bescheid geben.

Au-pairs zögern oft, ohne Erlaubnis den Notruf zu wählen. Sie fürchten Kosten, übertriebene Reaktionen oder Ärger für die Familie. Nimm ihnen diese Sorge schriftlich ab.

Kernpunkt: Dein Au-pair sollte nie überlegen müssen, ob es Hilfe holen darf. Schreib die Erlaubnis in klaren Worten in den Plan, bevor sie gebraucht wird.

Die eine Entscheidung, die ein Au-pair nie allein treffen darf

Denk an Lucía im Dunkeln zurück. Das Schwierigste an ihrem Abend war nicht der Stromausfall. Es war die Frage, auf die sie keine Antwort hatte: Darf ich mit den Kindern das Haus verlassen, wenn ich die Eltern nicht erreiche?

Diese Entscheidung sollte keine Betreuungsperson allein treffen müssen. Also triff sie für sie, im Voraus.

Schreib die Regel auf

  1. Fordern Behörden oder Feuerwehr zum Verlassen auf, geh. Warte nicht auf uns. Nimm die Kinder und das Notgepäck, geh zum Treffpunkt oder zur Notunterkunft und sag der Kontaktperson Bescheid.
  2. Fühlst du dich unsicher und erreichst uns nicht, entscheidest du. Was du nach bestem Wissen tust, um die Kinder zu schützen, tragen wir mit.
  3. Sag uns Bescheid, sobald es geht, nicht bevor du handelst. Eine SMS wie „Sind in der Turnhalle, alles gut" reicht.

Manche Familien befürchten, dass sie dem Au-pair damit zu viel Verantwortung geben. In der Praxis ist es umgekehrt. Die Regel beseitigt die Grauzone, in der ein junger Mensch wie gelähmt dasitzt und zu erraten versucht, was du wohl wollen würdest, während die Lage schlimmer wird.

Strom- und Internetausfall: der lange Abend zu Hause

Die meisten Notfälle im Haushalt sind nicht dramatisch. Sie sind ein Stromausfall, der an einem Schulabend sechs Stunden dauert. Auch dafür braucht dein Au-pair einen Plan.

Die ersten 30 Minuten

  • Prüfen, ob nur euer Haus betroffen ist: Brennt bei den Nachbarn Licht? Wenn ja, zuerst in den Sicherungskasten schauen.
  • Den Ausfall melden, über die Störungsnummer des Netzbetreibers, die im Plan steht.
  • Auf Batterielicht umstellen und in jedes Kinderzimmer eine Taschenlampe legen, bevor es dunkel wird.
  • Handy-Akku sparen: Stromsparmodus an, Helligkeit runter, kein Streaming.

Lebensmittel und Haus sicher halten

Ein geschlossener Kühlschrank hält Lebensmittel etwa 4 Stunden sicher. Ein voller Gefrierschrank hält etwa 48 Stunden, ein halb voller etwa 24. Die Regel fürs Au-pair ist einfach: Türen zu lassen, und im Zweifel wegwerfen.

Habt ihr ein Notstromaggregat, gilt ohne Ausnahme: nie im Haus, nie in der Garage, nie in der Nähe offener Fenster. Kohlenmonoxid riecht man nicht. Achte darauf, dass eure CO-Melder mit Batterie laufen und dein Au-pair weiß, wie sie klingen.

Die Kinder ruhig halten

Kinder orientieren sich an dem Erwachsenen im Raum. Ein ruhiges Au-pair mit Plan macht aus einem Stromausfall ein kleines Abenteuer.

  • Früh aussprechen: „Der Strom ist weg, wir haben Taschenlampen, und wir haben einen Plan."
  • Den Ablauf beibehalten: Abendessen zur gewohnten Zeit, Baden, wenn es noch warmes Wasser gibt, die gleiche Gutenachtgeschichte bei Laternenlicht.
  • Aufgaben verteilen: Die Siebenjährige ist für die Taschenlampen zuständig, der Vierjährige kontrolliert die Kuscheltiere.
  • Ein paar Spiele ohne Bildschirm parat haben: Karten, Schattenfiguren, eine Geschichte, zu der jeder einen Satz beiträgt.

Kernpunkt: Ob ein Stromausfall beängstigend oder ein schönes Erlebnis wird, hängt fast nur davon ab, ob der Erwachsene weiß, was als Nächstes passiert.

Wenn das Internet weg ist, das Handy aber noch geht

Viele Au-pairs telefonieren über WLAN und schreiben nur über Messenger. Fällt das Internet zu Hause aus, funktioniert beides oft nicht mehr, obwohl das Handy Empfang hat. Sorg dafür, dass im Tarif deines Au-pairs genug mobiles Datenvolumen für einen Abend ohne WLAN ist, und dass es weiß: Eine normale SMS kommt oft noch an, wenn WhatsApp nur „Verbinden" anzeigt.

Alarm an der Schule und Schulausfall

Ein Alarm an der Schule ist für jede Betreuungsperson eine der belastendsten Situationen, und Au-pairs stehen oft auf keiner Verteilerliste der Schule. Das regelst du im September, nicht an dem Tag, an dem es passiert.

Bevor etwas passiert

  • Trag das Au-pair als abholberechtigte Person ein, bei jeder Schule, Kita und Betreuung, mit dem vollen Namen wie im Ausweis.
  • Melde es für die Eltern-App oder den Nachrichtenverteiler an, wenn die Schule eine zweite erwachsene Person zulässt.
  • Frag nach, wo Kinder nach einer Räumung abgeholt werden. Oft ist das nicht das Schulgebäude selbst.

Während eines Alarms

Die Anweisungen fühlen sich meist falsch an, deshalb gehören sie aufgeschrieben:

  1. Nicht zur Schule fahren, es sei denn, die Schule bittet ausdrücklich darum. Ankommende Erwachsene blockieren die Einsatzkräfte.
  2. Den offiziellen Kanal verfolgen, nicht Gerüchte in Elterngruppen.
  3. Ausweis mitnehmen zum Abholort. Kinder werden nur an eingetragene Personen übergeben.
  4. Kontaktperson und Eltern informieren, wohin du gehst.

Unangekündigte Schulausfälle wegen Sturm oder Glätte sind die harmlosere Variante. Legt vorher fest, ob so ein Tag als zusätzliche Arbeitszeit zählt und wie ihr damit umgeht, damit niemand das um 6 Uhr morgens aushandeln muss.

Rauch, Hitze und Extremwetter

Nicht jeder Notfall bedeutet, das Haus zu verlassen. Bei Rauch, Hitzewellen und Glatteis geht es darum, die Kinder sicher drinnen zu halten.

  • Rauch von Bränden: Luftqualität prüfen. Kinder gehören zur empfindlichen Gruppe, also bei schlechter Luft nicht draußen spielen. Fenster zu, Lüftung auf Umluft.
  • Geplante Stromabschaltungen: In Waldbrandgebieten der USA schalten Versorger bei starkem Wind vorsorglich ab. Melde die Nummer deines Au-pairs auch dafür an.
  • Gewitter und Tornados: Den sichersten Raum kennen, meist ein innenliegender Raum ohne Fenster im untersten Stockwerk.
  • Glätte und Schnee: Nur im Notfall Auto fahren. Die Regeln aus unserem Artikel über Autofahren, Versicherung und Regeln fürs Au-pair sollten festhalten, wer entscheidet, wann die Straßen zu gefährlich sind.

Hitze ist ein eigenes Thema und steht in unserem Sommer-Sicherheitsleitfaden.

Wenn ihr euch nicht erreicht: der Kommunikationsplan

Zurück zum Kernproblem: der Anruf, der nicht durchkommt. Ein guter Kommunikationsplan hat mehrere Stufen. Fällt eine aus, greift die nächste.

Die Kommunikationsleiter

SchrittWas du versuchstWarum
1Kurze SMS an beide ElternSMS brauchen viel weniger Netzkapazität als Anrufe
2Ein Anruf bei jedem ElternteilErst nach der SMS, und kurz halten
3Nachricht an die Kontaktperson außerhalbFerne Nummern kommen oft durch, wenn lokale es nicht tun
4Status in den gemeinsamen FamilienkanalAlle sehen es, sobald ihr Handy wieder Netz hat
5Zettel zu Hause lassen, wenn du gehst„In der Turnhalle der Grundschule, 19 Uhr"

Vereinbart auch feste Zeiten. „Wenn wir nichts voneinander hören, meldet sich jeder zur vollen Stunde" ist besser als ständige panische Versuche, die den Akku leeren.

Genau hier zahlt es sich aus, wenn der Plan an einem gemeinsamen Ort liegt. Ein Ordner hilft nicht, wenn er im vollgelaufenen Keller steht oder du auf der anderen Seite der Stadt bist. In AuPairSync geht eine Ankündigung, die als Notfall markiert ist, mit Push-Benachrichtigung an alle in der Familie. So erreicht die Nachricht „Wir sind in der Turnhalle" jedes Handy, sobald es wieder online ist, und niemand muss raten, in welchem Chat er nachschauen soll.

Vergiss die Familie deines Au-pairs nicht

Die Familie deines Au-pairs sieht das Unwetter in den Nachrichten, bevor dein Au-pair anrufen kann. Vereinbart, dass es so früh wie möglich ein kurzes „Mir geht's gut" nach Hause schickt. Bei einem Au-pair in den USA klärt ihr außerdem, wer der Local Coordinator Bescheid gibt, denn Agenturen wollen wissen, wenn eine Gastfamilie von einer Katastrophe betroffen ist. In Deutschland gilt das Gleiche für eure Agentur.

Kernpunkt: Legt die Reihenfolge der Nachrichten vorher fest. Wenn alle wissen, wer zuerst Bescheid bekommt, verschwendet niemand Akku mit Anrufen bei der falschen Person.

Einmal üben, bei Tageslicht

Ein Plan, den man im August einmal gelesen hat, ist im Januar halb vergessen. Die Lösung ist ein Probedurchlauf von 30 Minuten an einem ruhigen Nachmittag, früh im Au-pair-Jahr.

  1. Die Absperrungen ablaufen: Wasser, Sicherungen, Garagentor. Lass dein Au-pair den Hahn wirklich selbst zudrehen.
  2. Die Vorräte im Dunkeln finden: Licht aus und dein Au-pair Laterne und Powerbanks suchen lassen.
  3. Zum nahen Treffpunkt laufen, mit den Kindern.
  4. Eine Testnachricht an die Kontaktperson außerhalb schicken.
  5. Die Eskalationsregel gemeinsam laut vorlesen, inklusive der Regel zum Verlassen des Hauses.

Wiederholt eine kürzere Version zu Beginn jeder Risikozeit: vor der Gewittersaison, vor dem Winter, vor der Sturmsaison im Herbst. Bewahrt den Plan bei euren anderen Haushaltsinfos auf. Wenn du ein Familienhandbuch für dein Au-pair geschrieben hast, gehört dieser Plan auf die erste Seite, nicht in den Anhang. Leg zusätzlich eine Kopie in eurer gemeinsamen Dokumentenablage ab, damit er auf dem Handy jedes Erwachsenen ist und nicht nur am Kühlschrank hängt.

Checkliste für deinen Notfallplan

  • Warnungen: Warn-App auf dem Handy des Au-pairs installiert, Wohnort hinterlegt.
  • Absperrungen: Wasser, Sicherungen, Gas-Regel, Kellerpumpe, Garagentor, jeweils mit Foto.
  • Treffpunkte: einer in der Nähe, einer außerhalb des Viertels, beide besucht.
  • Gefährdung der Adresse: in der Hochwasserkarte oder Evakuierungszone nachgeschaut und notiert.
  • Kontaktperson außerhalb: ausgewählt, informiert und in jedem Handy gespeichert.
  • Vorräte: Licht, Powerbanks, Wasser, Essen, Radio, Sachen für die Kinder, Dokumentenkopien.
  • Eskalationsregel: „Zuerst 112, danach uns" steht ganz oben.
  • Erlaubnis zu gehen: „Fordern Behörden zum Verlassen auf, geh, warte nicht auf uns."
  • Schule: Au-pair überall abholberechtigt, im Verteiler, Abholort nach Räumung bekannt.
  • Kommunikationsleiter: vereinbart, inklusive fester Zeiten und der Familie des Au-pairs.
  • Probedurchlauf: einmal gemacht, jede Saison wiederholt.

Ein Plan ist vor allem eine Erlaubnis

Die praktischen Teile dieses Plans sind wichtig: der Wasserhahn, die Laterne, die Powerbank. Das Wertvollste daran ist aber leiser. Es ist die Erlaubnis, im Voraus aufgeschrieben, dass ein junger Mensch fern von zu Hause handeln darf, ohne auf dich zu warten.

Anna und Thomas haben ihren Plan am Wochenende nach dem Sturm geschrieben. Es hat einen Nachmittag gedauert und passte auf zwei Seiten. Der nächste Stromausfall kam im Januar und dauerte neun Stunden. Lucía schrieb der Kontaktperson, kochte bei Taschenlampenlicht Nudeln auf dem Gasherd und las den Kindern drei Kapitel aus ihrem Buch vor. Als Anna endlich durchkam, wartete schon die Nachricht: „Alles gut. Kerzen verboten. Kinder schlafen."

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